Studentische Ideen für das Krankenhaus der Zukunft

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Studierende des Studiengangs „Smart Building – Energieeffiziente Gebäudetechnik und nachhaltiges Bauen“ entwickelten für ein richtungs- weisendes Großprojekt der Salzburger Landeskliniken Strategien für ein nachhaltiges Krankenhauses.

Der Neubau des Hauses B am Standort Landeskrankenhaus - Uniklinikum Salzburg soll in einem multifunktionellen Bettentrakt mehrere Universitätskliniken beherbergen. Als besondere Herausforderung bekamen die Studierenden seitens der Fachhochschule Salzburg die Aufgabe gestellt, den Primärenergiebedarf der Bettenstationen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu decken. Die mit der Planung des Projekts betrauten Architektur- und Haustechnikplanungsbüros Atelier Pucher (Graz) sowie Dick + Harner (Salzburg) begleiteten das praxisnahe Projekt in einem Workshop am Campus Kuchl. Der Leiter des Bereiches Technik, Bau und Liegenschaften, Bmst. Dipl.-Ing. Christoph Riezinger, MSc, unterstrich: „Die Salzburger Landeskliniken haben als Uniklinikum den Anspruch, Spitzenmedizin für die Versorgung von PatientInnen anbieten zu können. Dafür ist aber auch eine hohe technische Gebäudeausstattung erforderlich, die errichtet, betrieben und gewartet werden muss. Als Partnerinstitution der „Klima- und Energiestrategie SALZBURG 2050“ haben wir uns zusätzlich das Themenfeld Nachhaltigkeit als ein wesentliches Ziel für die nächsten Jahre vorgenommen.“ Zum Ende des Semesters präsentierten die Studierenden nun ihre smarten Ideen für die Gestaltung der Gebäudehülle und der Energieversorgung. Wichtige Bausteine waren dabei einerseits die Energieeinsparung durch Wärmeschutz, Tageslichtnutzung, effiziente Beleuchtung und Warmwasserbereitstellung, und andererseits die Energiegewinnung mit Photovoltaikmodulen und Solarkollektoren auf Dächern und Fassaden, teils kombiniert mit Bauwerksbegrünung oder Sonnenschutzelementen, bis hin zur Biogasproduktion aus Speiseabfällen.

Siegerprojekt „Green Cube“

Den „Smart Building Award 2018“ durften am Ende Martina Lodek und Elisabeth Wieder mit nach Hause nehmen. Ihr „Green Cube“ umschließt die Dachgärten mit einer luft- und lichtdurchlässigen grünen Wand aus Pflanzen und schafft so einen zu Straßenverkehr und Nachbargebäuden geschützten Außenraum. Die gefaltete Fassade in den Innenhöfen integriert Photovoltaikmodule in optimaler Neigung als Vordächer. Die Wellenform und die von den Solarzellen vorgegebene dunkelblaue Farbe erinnert an die Salzach, während die vertikal vorgehängten Photovoltaikmodule an den Außenfassaden mit grüner Bedruckung die Pflanzenwände fortsetzen. „Aufgrund der Vorgaben haben wir uns entschieden, so weit wie möglich auf Sonnenenergie zu setzen und die Dachflächen mit Hybridmodulen auszustatten“ argumentiert Martina Lodek. Der Entwurf überzeugte die Jury durch das „integralste Konzept, das nicht zuletzt den städtebaulichen Kontext und die Grünplanung einschließt“, so die Laudatio. SALK-Geschäftsführer Priv.-Doz. Dr. Paul Sungler freute sich über die gelungene Kooperation und zeigte sich beeindruckt, wie ausgereift die Studierenden ihre Nachhaltigkeitskonzepte präsentiert haben.