Diabetes-Prävention

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Der allgemeine Lebensstil hat neben der genetischen Prädisposition einen starken Einfluss auf die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes. Körperliches Training bietet die Möglichkeit, positiven Einfluss auf die Glykämie durch Verbesserung der Insulinresistenz zu nehmen.

Für einen substanziellen gesundheitlichen Nutzen sind wöchentlich mindestens 150 Minuten aerobe körperliche Aktivität mit mittlerer oder höherer Intensität und zusätzlich muskelkräftigende Bewegungen erforderlich. Der positive Effekt von Bewegung steht in direktem Verhältnis zum Grad der erreichten kardiorespiratorischen Fitness, der erreicht wird und hält nur so lange an, wie diese aufrecht erhalten werden kann. Der Effekt von Bewegung ist alters- und geschlechtsunabhängig und reproduzierbar. Inaktivität gilt hingegen immer als Risikofaktor. Insbesondere langandauernde sitzende Tätigkeit soll vermieden werden und alle 30 Minuten durch Aktivitäten unterbrochen werden. Angeleitete Bewegungsprogramme sind bestens geeignet, um ein ausreichendes wöchentliches Ausmaß an gesundheitsfördernder körperlicher Aktivität zu erreichen. Um der sogenannten „Public Health“-Herausforderung gerecht zu werden, fordert die Österreichische-Diabetes-Gesellschaft die Position des Bewegungsberaters als fixen Bestandteil eines multidisziplinären Behandlungsansatzes. Zusätzlich zu den bekannten Lebensstilfaktoren Bewegung und Ernährung spielt für die Diabeteseinstellung die psychische Ausgeglichenheit eine große Rolle. Patienten wundern sich immer wieder über schwankende Blutzuckerwerte trotz ausgeglichener Ernährung und ausreichend Bewegung. Diesen liegen häufig verschiedenste Ursachen zugrunde. Es kann sich um Belastungen im familiären Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch im Leistungssport handeln, genauso wie Belastungen durch eine Erkrankung oder Schmerzen, welche jeweils zur Ausschüttung gegenregulatorischer Hormone zum Insulin führen und den Blutzucker steigen lassen. Häufig ist dies – wie bei akuten oder chronischen Erkrankungen – mit einer Insulinresistenz gepaart. Ein möglichst ausgeglichener Tagesablauf gleicht auch Blutzuckerschwankungen aus, an „ruhigen Tagen“ nähern sich Blutzuckerprofile auch bei Personen mit Diabetes häufiger als sonst Normalwerten an. 

Jede Bewegung ist besser als keine. Sitzende Tätigkeit sollte alle 30 Minuten durch körperliche Aktivität unterbrochen werden.

 

Trainingsempfehlungen der Österreichischen Diabetes Gesellschaft 

- 150 Minuten moderates (50 bis 70 % der maximalen Herzfrequenz) Ausdauertraining pro Woche. Dabei soll die jeweilige Dauer der Trainingseinheiten 30 bis 60 Minuten betragen, aber mindestens auf drei Wochentage verteilt sein.
- Alternativ sind als wöchentliche Untergrenze 75 Minuten intensiveres Ausdauertraining möglich. Auch hier sollte zumindest dreimal pro Woche trainiert werden.
- Zusätzlich soll mindestens zweimal pro Woche ein Hypertrophietraining (= Krafttraining mit 12 bis 15 Wiederholungen) oder ein Kraftausdauertraining absolviert werden. Beim Krafttraining sollten alle großen Muskelgruppen inkludiert sein, was etwa 9 verschiedenen Krafttrainingsübungen entspricht.
- Körperliche Aktivität soll je nach individueller Möglichkeit täglich in den Alltag integriert werden.

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