Langzeitbetreuung und -pflege - digitale Assistenzsysteme

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

von Dr. Cornelia Schneider &  Dr. Birgit Trukeschitz 

In Österreich, wie auch in vielen Ländern Europas, ermöglichen steigender Wohlstand und medizinischer Fortschritt, dass Menschen immer älter werden. Natürlich würde jeder gerne gesund alt werden. Da fortschreitendes Alter oftmals mit altersassoziierten Krankheiten und in deren Folge auch mit Beeinträchtigungen im Alltag verbunden ist, wird in Zukunft mit einem erhöhten Bedarf an Assistenz und Betreuung zu rechnen sein.

Kommunikation im Alter        

Aus diesem Grund werden seit ca. 10 Jahren sogenannte Ambient bzw. Active & Assisted Living (AAL) Systeme entwickelt. Darunter werden Informations- und Kommunikationssysteme verstanden, die als alters- bzw. bedarfsgerechte Assistenzsysteme ausgebaut zu einem autonomen und unabhängigen Leben in den eigenen vier Wänden beitragen sollen. Vor allem ältere und/oder Menschen mit Handicap und ihr unmittelbares Umfeld sollen durch AAL-Lösungen unterstützt werden.                                                                                                                                      Es ist zudem davon auszugehen, dass nachkommende technikvertrautere Generationen von älteren Menschen, erwarten, dass sie künftig in unterschiedlichen Lebensbereichen auf digitale Assistenzsysteme zurückgreifen können.

Einsatzbereiche    

AAL-Lösungen können in unterschiedlichen Bereichen des täglichen Lebens unterstützen. Sie haben zum Ziel, die Eigenständigkeit zu erhalten (z.B. durch Erinnerungsfunktionen), zu mehr Sicherheit beizutragen (z.B. automatische Herd- oder Wasserabschaltung) und die Gesundheit zu erhalten bzw. verbessern (z.B. Gesundheits- und Bewegungsförderung).

Intuitive Bedienung

Erste Systeme sind bereits am Markt erhältlich. Viele befinden sich aktuell noch in Entwicklung. Erkenntnisse aus ersten großangelegten Feldstudien haben gezeigt, dass diese Systeme nur akzeptiert werden, wenn sie bedürfnisorientiert sind und sich einfach in die Lebenswelt der zukünftigen NutzerInnen integrieren lassen. Eine intuitive Bedienung, ein durchdachtes Supportsystem, entsprechende Datenschutzmaßnahmen sowie alltagsnahe Vertriebswege sind unumgänglich, wenn die breite Masse diese Systeme nutzen soll. Die Akzeptanz für diese Systeme wird sich erhöhen, wenn sie nicht stigmatisierend sind, sondern als einfach zu integrierende, erweiterbare innovative Lösungen von Alltagsproblemen wahrgenommen werden.