Sonntag, 18. November 2018

Vom Speed-Junkie zum Naturmensch

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Bereits in sehr jungen Jahren, etwa ab der Volksschulzeit, trieben mich zwei Aspekte in den Wahnsinn und zugleich zu extremen Höchstleistungen. Die Lust an Geschwindigkeit war der eine, „Geht nicht, gibt´s nicht“ der andere Ansporn. In groben Umrissen erzähle ich meine Lebensgeschichte, weil sie, wie ich vielfach erfahren durfte, beispielhaft für unser derzeitiges Lebenssystem steht. Vielleicht erkennen sie so manche Parallele zu Ihrem eigenen Leben? 

Management und Speed-Ski

Schon in der Schule wurde uns gelehrt, alle Aufgaben in einer bestimmten Zeit, meist möglichst schnell, zu lösen. Das war wohl mein Impuls zur Geschwindigkeit. Freude machte mir das Tempo allerdings mehr in der Freizeit. Vom Schmerzensgeld eines Hundebisses kaufte ich mir mit sieben Jahren ein Rennrad. Ab nun ging es nur noch mit Vollgas durchs Leben, sowohl sportlich wie beruflich und auch im Familienleben. Nach der Pflichtschulzeit – inzwischen bin ich vom Rad über die Fußballschuhe zu Rennski umgestiegen – absolvierte ich eine Ausbildung zum Maschinenbauer. Auch beruflich agierte ich von Beginn an am Limit und war sehr bald im Management eines aufstrebenden Unternehmens leitend tätig. Parallel dazu suchte ich die Extremherausforderung als Leistungssportler im Skirennsport in der Abfahrt später auch im Speed-Ski jenseits von 200 km/h. Im Familienleben ein ähnliches Bild: mit 19 Jahren das erste Mal geheiratet, im selben Jahr Vater unseres ersten Sohnes, zwei Jahre später der zweite Sohn. In dieser Zeit habe ich auch ein Haus am Traunsee gebaut und fertig eingerichtet. Kurz darauf schon folgte die Scheidung. Danach bin ich sportlich noch einmal voll durchgestartet, als Leichtathlet im österreichischen Sprinter-Team. Auch international war ich gut unterwegs. Das abrupte Ende dieser Sport-Karriere erfolgte dann leider aufgrund einer Dopingüberführung meiner vier Teamkollegen. Der berufliche Umstieg ins Eventmanagement mit eigener Agentur, und Pacht einer Luxusappartementanlage in Zell am See, sowie anschließend das Engagement bei Red Bull als Gastroleiter, erforderte wieder vollen psychischen und physischen Einsatz. Bei allem was ich machte, in allen Lebensbereichen, habe ich erfahren, dass hartnäckiges Durchhalten  – frei nach dem Motto  „Geht nicht, gibt´s nicht“ – fast immer zum Ziel führte. Manchmal waren der Aufwand und mein Einsatz extrem hoch. Vor allem bei Red Bull überschritt ich vielfach weit meine psychischen und physischen Grenzen. Eines Tages jedoch ging schließlich gar nichts mehr.

Burn out & klinischer Tod

Und dann durfte ich ein langjähriges Mega-Burn-Out mit Tiefgang bis zum klinischen Tod durchleben. Über einen langjährigen spirituellen Weg, mit vielen Ausbildungen wie etwa Hypnose, Mentalcoaching, Massagen, schaffte ich den Weg langsam wieder zurück zu Sport und Beruf. In dieser Phase hat mein Lebensmotto „Geht nicht, gibt’s nicht“ an tiefgreifender Aussagekraft gewonnen. Das heißt nicht mehr nur zu funktionieren, sondern alle Situationen in meinem Umfeld so zu erkennen wie sie wahrlich sind. Das ist die Basis für jedes Handeln in meinem „neuen“ Leben. Erkennen, ohne Abhängigkeiten von Wissen, Erfahrungen, Meinungen oder Dogmen, also frei von fixen Bindungen. Eine Orientierung haben, jedoch keine fixierten Ziele mehr. Plötzlich erkenne ich auch viele Gegebenheiten aus der Natur, als genial und optimal für mein Leben nutzbar. Mir macht es jetzt wieder richtig Freude, all die neuen Aspekte in mein tägliches Leben einfließen zu lassen. Demnächst erscheint dazu mein erstes Buch „Sterben, um zu leben“. All meine Erfahrungen gebe ich nun gern in Form von Impulsvorträgen sowie Beratungen rund um das Thema Natur weiter.

 

PETER EBNER
Energetiker, Wassertherapeut