Samstag, 19. Januar 2019

Dr. Michael Müller-Thies im Portrait

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Der gebürtige Tiroler arbeitet gerne mit Menschen und mag es nicht, wenn sich Leute zu wichtig nehmen. In Ägypten und Israel baute er zusammen mit einem Partner ein Therapiezentrum für behinderte Kinder auf.

In erster Linie beschäftigen wir uns mit Problemen des Bewegungsapparates. Das heißt vor allem mit der Wirbelsäule und den Gelenken“, umreisst Michael Müller-Thies, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation, seine ärztliche Tätigkeit. Nach seiner Facharztausbildung in Salzburg ließ sich der gebürtige Innsbrucker in der Stadt Salzburg als Arzt nieder. Heute betreibt er das Zentrum für Diagnostik, Physiotherapie und Rehabilitation in Schallmoos. Seine Patienten kommen vor und nach Operationen zu ihm. Behandelt werden akute Probleme wie Bandscheibenvorfälle, sogenannte Hexenschüsse sowie Schmerzen an Gelenken, die durch Traumata verursacht werden. Und auch Schmerzen die durch eine Überlastung am Arbeitsplatz oder in der Freizeit auftreten. „In erster Linie sollte man kausal behandeln und nicht symptomatisch“, lautet sein Diagnose- und Therapiezugang.
Dabei ist Michael Müller-Thies Spezialist für manuelle Medizin undChiropraktik. Er behandelt zum Beispiel Bandscheibenvorfälle mittels Nadeln. „Dazu ist eine sehr gute selektive Diagnostik notwendig. Man muss dabei eine sehr genaue Grenze ziehen, wann ein Patient operiert oder eben nicht operiert werden muss“, erklärt der Mediziner. Nach Operationen hilft sein Team mit Physiotherapie, Massagen und Ergotherapie – je nach Fragestellung. „Ich persönlich behandle vor allem funktionelle Störungen an der Wirbelsäule, etwa wenn ein Gelenk blockiert ist, wie es in der manuellen Medizin heißt. Die Störungen äußern sich durch muskuläre Verspannungen, Schmerzen und Bewegungsumfangseinschränkungen. Das zweite Hauptbehandlungsgebiet sind Arthrosen, also Gelenks­abnützungen“, so der Arzt.

Hilfe für Kinder
Von 2000 bis 2011 betrieb Müller-Thies zusammen mit einem Partner ein Therapiezent­rum für körperlich behinderte Kinder in Ägypten und Israel. Die oft schwer beeinträchtigten Kinder wurden vor allem mittels klassischer Physio-, aber auch durch Reit-, Delfin- und Wassertherapie behandelt. „Wir haben im Rahmen einer Intensivbehandlungsphase versucht, die Kinder weiterzubringen, wobei man bei schwer behinderten Kindern Wunder nur selten erlebt. Es ging vor allem um kleine Erfolge. Dass die Kinder etwa besser schlucken oder eine Tasse halten konnten. Oder sie erlernten ihren Kopf drehen zu können oder besser sitzen, je nach Ausgangssituation“, beschreibt der Mediziner sein Wirken. In Kooperation mit den Beduinen wurden dazu in Sharm el Sheikh in Strandnähe zwei Steinhäuschen gebaut, die als Therapiezentrum dienten. Vier Mal im Jahr ordinierte der Facharzt turnusmäßig vor Ort. Das Projekt wurde durch entstehende Unruhen beendet. „Es war eine tolle Lebenserfahrung für mich“, blickt Michael Müller-Thies heute zufrieden auf diese Zeit zurück.