Im goldenen Herbst auf den Hochglocker

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von Thomas Neuhold  Journalist, Alpinist und Lehrbeauftragter an der Uni Salzburg

Der erste Schnee leuchtet von den hohen Gipfeln, die Ahorne werden gelb, die Lärchen golden.
Der Hochglocker im Pongau ist jetzt ein lohnendes Ziel.

„Wo willst Du hin? Auf den Glockner? Jetzt im Herbst?“

Der kleine, gerade einmal 1590 Meter hohe Hochglocker zwischen Mühlbach im Norden, St. Johann im Osten und St. Veit im Süden stiftet namensmäßig immer wieder einmal Verwirrung. Abgesehen von der phonetischen Ähnlichkeit hat die nur im Gipfelbereich freie, bewaldete Kuppe freilich mit dem großen Glockner nichts gemein. Für die kurzen Tage, wenn die schweren Nebel in die Täler ziehen, ist er aber ein lohnendes Ziel. Hier, einen Stock höher, sind dann oft noch ein paar wärmende Sonnenstrahlen zu erhaschen.Und noch etwas zeichnet den Hochglocker aus. Er ist am besten in der Kombination bike & hike, also radelnd und wandernd zu besuchen; soll heißen: mit dem Rad möglichst nahe zum Berg, dann hinauf und nach dem Abstieg gemütlich ins Tal rollen. So kommt man an den kürzeren Tagen im Herbst nicht in Zeitnot und die ganze Sache ist knieschonender – die eintönigen Forststraßenhatscher retour entfallen auch. Wobei beim Hochglocker bei den hier vorgestellten Anstiegen von St. Veit, wie auch von St. Johann der Bike-Anteil ganz eindeutig überwiegt. 

Der Hochglocker von St. Veit

Ausgangspunkt für die 820 Höhenmeter von St. Veit auf den Hochglocker ist der Parkplatz beim Naturschwimmbad in St. Veit (750 m).  Vom Schwimmbad fährt man die Straße nach Norden und halblinks auf der Hauptstraße bleibend bis zum Wegweiser „Buchacker“ (773 m). Hier die Straße weiter nach Westen bis zur scharfen Kehre in Harberg und dem Straßenverlauf folgend zum Kloster Kinderalm. Hinter dem oberen – streng isolierten – Gebäudekomplex führt eine Forststraße weiter bergwärts. Diese trifft dann auf die Abzweigung „Rettenebenalm“ (Wegweiser). Nun weiter die Straße bergan, die nächste Abzweigung (Wegweiser, Fahrverbot für Radfahrer, 1430 m) ignorieren, eine weite Kehre ausfahrend bis man zur Abzweigung des kurzen schmalen Gipfelsteiges kommt, der nach Nordwesten auf den höchsten Punkt führt.

Der Hochglocker vom Arlberg

Wer von St. Johann auf den Hochglocker will, der hat es gleich mit dem nächsten „besonderen“ Namen zu tun. Ausgangspunkt ist nämlich der Wanderparkplatz am Arlberg (1020 m, Zufahrt von der B311, Abfahrt „Wagrain-Kleinarl“, dann sofort nach Norden Richtung Einöden abzweigen und beim Palfner Dörfl (Wegweiser, Kapelle) nach links auf den Katzlmoosweg, der auf den Arlberg führt.) Die Route über rund 600 Höhenmeter führt vom Parkplatz auf der Straße nach Norden, dann bei Punkt 1064 (Wegweiser) scharf auf Südwest drehen. Der weitere Almstraßenverlauf führt entlang der Rettenebenalm sanft steigend auf die Südseite des Reinbachgrabens; in einer scharfen Rechtskurve (Wegweiser, 1275 m) zweigen wir auf einen Steig in den Wald ab. Dieser führt (kurze Schiebestrecke) nach Westen und mündet nach rund 50 Höhenmetern gleich wieder in eine Forststraße. Auf dieser bleibend kommt man schließlich zu jener Forststraße, die vom Kloster Kinderalm heraufkommt (Wegweiser, 1345 m). Nun wieder die Straße bergan weiter wie oben.