Kinderzahnheilkunde: Karies bei Kindern

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Zähneputzen? Eh klar, machen wir doch – meistens wenigstens. Natürlich achten wir auch auf bewusste Ernährung. Den meisten Eltern ist heutzutage völlig klar, dass auch die Milchzähne von Anfang an gepflegt werden müssen und dass zu viele Süßigkeiten Karies verursachen können. Doch trotzdem steigen die zahnmedizinischen Eingriffe bei Kindern. Vorbeugende Maßnahmen sichern nicht nur gesunde Kinderzähne, sondern haben auch Auswirkungen auf die Entwicklung der Zahngesundheit bei Erwachsenen. Maßnahmen zur Zahngesundheit bei Kindern gibt es viele.

Zähenputzen sollte ab Durchbruch des ersten Milchzahns konsequent erfolgen! Vor allem am Abend ist es wichtig, dass die Kinder mit gut geputzten Zähnen schlafen gelegt werden und anschließend auch nichts mehr in den Mund kommt außer Wasser. Wer elektrische Zahnbürsten bevorzugt, kann diese auch schon vor dem dritten Geburtstag verwenden, solange wirklich nur die Eltern damit putzen.

Die Ernährung

Der Einfluss der Ernährung auf die Zähne wird meistens stark unterschätzt. Schokolade und Gummibärchen sind nicht gut für die Zähne, das weiß jeder. Aber was kann man sonst tun? Eine ganz einfache Maßnahme bei der Ernährung lautet, Daueressen zu vermeiden. Auch das gesunde Obst ist natürlich allemal besser als Schokolade, Quetschies & Co. Regelmäßig wird auch der Einfluss der Getränke unterschätzt. Ihr Kind trinkt kein Wasser, deshalb wird der Saft stark verdünnt? Gerade so, dass noch ein wenig Farbe erkennbar ist? Das reicht den Kariesbakterien leider schon, um ihren schädlichen Stoffwechsel zu starten. Deshalb ist es auch bei den Getränken besser, gleich von Anfang an eine Regel einzuführen: Untertags, nebenbei, gibt es ausschließlich Wasser! Zu den Mahlzeiten darf dagegen gerne ein Saft getrunken werden.

Der Milchzahn

Milchzähne sind anfälliger für Karies und gehen schneller kaputt. Warum ist das so? Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz im Körper. Allerdings ist der Schmelz bei den Milchzähnen nur halb so dick wie an den bleibenden Zähnen, das heißt die Karies ist doppelt so schnell durch. Die Milchzähne sind aber auch wichtige Platzhalter für die bleibenden Zähne. Deshalb ist es von großer Bedeutung, sie zu erhalten. Nun kommt oft der Einwand: „Aber das sind ja nur Milchzähne, die fallen doch eh aus!“ Das stimmt, allerdings fallen die hinteren Milchbackenzähne, die so genannten 5-er, erst mit etwa zwölf Jahren aus. Sollte also mit vier Jahren ein Loch in diesem Zahn diagnostiziert werden, dann muss der Zahn immer noch acht Jahre halten! Üblicherweise werden im Falle eines Falles Kunststofffüllungen oder Kinderkronen gemacht. Viele Neuerungen bei den Materialien und Methoden der modernen Kinderzahnheilkunde machen ein sanftes, kindgerechtes Vorgehen möglich.

Die Milchzahnkaries

Bei Kleinkindern beginnt die Karies in fast allen Fällen an den Außenseiten der oberen Schneidezähne, nahe beim Zahnfleisch. Es lohnt sich also, etwa einmal im Monat die Lippe Ihres Kindes hochzuheben, die Zahnoberflächen mit einem Tuch sanft abzutrocknen und nachzusehen, ob eine weiße Girlande zu sehen ist, die sich nicht abwischen lässt. Dies ist eine sogenannte Entkalkung, also eine Kariesvorstufe, die mit den entsprechenden Maßnahmen noch auszuheilen ist.

 

DR. VERENA Bürkle ist Zahnärztin für Kinder. 
Die Medizinerin absolvierte ein einjähriges Zusatzstudium
für Kinderzahnheilkunde in den USA.
Sie ist Spezialistin für Kinder- und Jugendzahnheilkunde
der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde.