Sonntag, 18. November 2018

Krebshilfe: Angehörige tragen auch eine schwere Last

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Eine Krebserkrankung bedeutet nicht nur für den Erkrankten, sondern auch für sein gesamtes persönliches Umfeld eine große Veränderung und Belastung. Angehörige krebserkrankter Menschen sind keine „Anhängsel“ der Erkrankten, sondern in ihrer ganz persönlichen Betroffenheit zu respektieren.

Angehörige an Krebs erkrankter Menschen müssen sich mit vielen neuen und unbekannten Dingen auseinandersetzen – der Alltag verändert sich, zusätzliche Aufgaben müssen übernommen werden, gewohnte Strukturen verlieren ihre Gültigkeit, Flexibilität und Neuorientierung sind gefordert. Dazu kommen die große emotionale Belastung und oftmals auch finanzielle und existenzielle Sorgen“, erklärt Krebshilfe Geschäftsführer Mag. Stephan Spiegel.

Für Kinder sind dabei solche Ausnahmesituationen immer besonders belastend. Allein im Bundesland Salzburg sind jährlich rund 600 Kinder mit einer Erkrankung eines Elternteils konfrontiert. „Kinder beginnen sich Sorgen zu machen und nach Gründen zu suchen, warum man mit ihnen nicht spricht. Kinder wollen Informationen von ihren Eltern, denn sie sind die wichtigsten Bezugspersonen“, so Psychoonkologin Mag. Martha Lepperdinger.

Das Gespräch mit Erkrankten

Viele Angehörige haben das Gefühl, nicht die richtigen Worte zu finden. Aus Hilflosigkeit und Angst wird daher häufig geschwiegen. Experten raten: Suchen Sie das Gespräch. „Überfordern Sie den Patienten nicht mit Tipps. Achten Sie grundsätzlich darauf, den Erkrankten nicht mit gut gemeinten Ratschlägen oder Erfahrungsberichten anderer Patienten und Recherchen aus dem Internet zu überschütten. Das ist zwar gut gemeint, verunsichert allerdings mehr, als es hilft“, so Lepperdinger weiter. Auch Phrasen sind kontraproduktiv, wenn man das Gespräch mit einem Betroffenen sucht: „Lass Dich nicht unterkriegen“ oder „Da musst Du jetzt durch“ sollten Sie besser ersetzen durch empathische Fragen wie beispielsweise: „Was brauchst Du gerade jetzt?“ oder „Wie fühlst Du Dich?“.

Vertrauen schaffen, Grenzen respektieren

Es ist wichtig, ein gegenseitiges Klima von Achtung und Vertrauen zu schaffen, indem die Grenzen des Erkrankten und die des Angehörigen respektiert werden. Jeder Mensch ist unterschiedlich und was für den einen gut ist, ist für den anderen schon viel zu viel und wird oftmals als Bevormundung empfunden. Es ist aber auch wichtig, dass der Angehörige seine eigenen Grenzen gut kennenlernt und auch wahrnimmt. Wenn diese nämlich überschritten werden, sollte rasch professionelle Hilfe gesucht werden.

 

www.krebshilfe-sbg.at