Samstag, 19. Januar 2019

Das ist das größte Fusionierungsprojekt der Republik

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Im PULS-Interview erklärt SGKK-Chef Dr. Harald Seiss wie sich der Fusionierungsprozess zur Österreichischen Gesundheitskasse auf die Versicherten in Salzburg auswirkt und wie es in Sachen Zahnspangen­ersatz weitergeht.

Wie wird sich die Kassenreform auf die Patienten auswirken?

Dr. Seiss: Die neue Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ist die Gesamtrechtsnachfolgerin der Gebietskrankenkassen. Das heißt, alle Verträge und Verpflichtungen die wir derzeit haben, gehen an die ÖGK über. Alle Versicherten der Salzburger Gebietskrankenkasse sind dann automatisch Versicherte der ÖGK. Sie behalten ihre E-Card einfach weiter und können mit dieser wie bisher zum Arzt gehen.

Wird die Fusionierung Einfluss auf die Gewährung von Heilbehelfen und dergleichen haben?

Dr. Seiss: Eines der großen Ziele, sofern man überhaupt welche erkennen kann, ist die bundesweit einheitliche Leistungserbringung. Man wird am Anfang alles tun, um regionale Unterschiede möglichst schnell zu beseitigen. Im Sinne der Versicherten ist zu hoffen, dass die Angleichung nach oben erfolgt. Eine Leistungsverschlechterung ist keine angedacht. Wir hoffen auf gleiche Leistungen auf höchstem Niveau für alle.

Wie werden sich die Beitragseinnahmen entwickeln? Wird weniger Geld nach Salzburg zurückfließen?

Dr. Seiss: Es bleibt abzuwarten, wie die einzelnen Bundesländer abge­rech­net und budgetiert werden. So wie es derzeit aussieht, werden die Beitragssätze österreichweit gleichbleiben. Es wird sich aber bei der Verteilung das eine oder andere schleichend verändern. Denn es gibt keinen Ausgleichsfonds mehr. Das ist für die Salzburger ein Gewinn, weil wir nicht mehr für die maroden Kassen in anderen Bundesländern zahlen müssen. Was aber zu befürchten ist, dass im Zuge der bundesweiten Gesamtabrechnung nicht alle Salzburger Beitragsgelder in unserem Bundesland bleiben.

Nun zur viel diskutierten Zahnspangenlösung. Ist die Kooperation mit der Smile-Clinic eine dauerhafte Lösung oder sucht man mittelfristig auch andere Partner für die Weiterbehandlung der betroffenen Kinder?

Dr. Seiss: Wir sind sehr froh über den Vertrag mit der Smile-Clinic. Einerseits garantieren wir damit  die Fertigstellung der begonnenen Behandlungen und sichern andererseits auch allfällige Neubehandlungen. Weiters versuchen wir, eine größere Flächendeckung für das ganze Bundesland zu erreichen, weil die Smile-Clinic ihren Sitz ja in der Stadt Salzburg hat. Grundsätzlich haben wir immer den Anspruch und den gesetzlichen Auftrag, möglichst zwei Vertragspartner anzubieten, damit wir unseren Versicherten alternative Wahlmöglichkeiten anbieten können.

Manche Zahnärzte verlangen in Salzburg zwischen 5.000 und 7.000 Euro für eine Zahnspange. In anderen Bundesländern wird oftmals wesentlich günstiger angeboten. Wie können Sie sich dieses unterschiedliche Preisniveau erklären?

Dr. Seiss: Eine nachvollziehbare Erklärung haben wir als SGKK nicht. Salzburg ist in Sachen Zahnmedizin immer ein Hochpreisland gewesen. Das ist auch der Grund, warum viele Salzburger nach Bayern oder in andere Bundesländer ausweichen. Wobei der Aufwand für einen Salzburger Zahnarzt, abgesehen vielleicht von manchen Mietpreisen, gleich ist, wie bei den Kollegen in anderen Bundesländern. Darum empfehlen wir in manchen Fällen, nach Deutschland auszuweichen. Wobei das natürlich weh tut, denn wir leben auch von den Beitragsleistungen der Salzburger Dienstgeber.