Die Birke als Frühlingsbotin

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Im Altertum wurde die Birke als Göttin des Frühlings verehrt. Ihre Heilkraft wird auch in der heutigen Zeit sehr geschätzt.

Jeder erkennt die Birke auf den ersten Blick. Nicht nur die silbrig-weiße Färbung der Borke und die hellgrünen Blätter, die so leicht im Wind tanzen, verleihen dem Baum eine auffallende Schönheit, sondern auch ihre schlanke Gestalt mit dem feingliedrigen Zweigen.
Man kann sich gut vorstellen, weshalb viele indoeuropäische Völker in der Birke die Gestalt einer Baumgöttin sahen. Bei den Kelten war die Birke der Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht. Die Germanen verehrten sie als Verkörperung der Frigg, Göttin der Fruchtbarkeit, Liebe und Treue. Sie galt und gilt heute noch als Baum der Jugend, des Frühlings, der Leichtigkeit und des Wachstums. Aus Birkenholz wurde ursprünglich auch der Zuckeraustauschstoff Xylit hergestellt. Der Zucker greift die Zähne nicht an, da er von den Bakterien der Mundhöhle nicht in Säure umgewandelt werden kann.
Als Heilpflanze ist die Birke sehr vielseitig. Der Anbau zur Herstellung von Fertigarzneimitteln ist nicht üblich, die Birkenbestände in der freien Natur sind mehr als ausreichend. In der rationalen Phytotherapie finden die Blätter und die Birkenrinde bzw. der Birkenkork Verwendung. Birkenblätter werden aufgrund ihrer aquaretischen Wirkung bei Frühjahrskuren zur Ausleitung und Entgiftung, zur Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, bei Nierengrieß, rheumatischen Erkrankungen, Gicht (wegen ihrer harnsäuremobilisierenden Wirkung) sowie Hauterkrankungen eingesetzt.

In der Gemmotherapie, bei der zur Herstellung ausschließlich junges, teilungsfähiges Gewebe von Pflanzen, verwendet wird, gehören Birkenknospen-Präparate zu den häufig verwendeten Heilmitteln. Ihr Einsatzgebiet ist dem der Phytotherapie ähnlich: Entgiftung und Entschlackung sind die zentralen Indikationen. Daneben wird es auch häufig verwendet, um ins Stocken geratene Prozesse anzuregen. Das Gemmo-Präparat erhöht die glomeruläre Filtrationsrate der Nieren bis auf das 5-Fache der normalen Menge und regt die Entgiftung über die Leber an. Zudem wirken die Knospen entzündungshemmend bei rheumatischen Beschwerden und antiallergisch, insbesondere bei pollengeplagten Menschen im Frühling.

Mag. pharm. Margarete Knauseder
Borromäus Apotheke
Gaisbergstraße 20, 5020 Salzburg