Wenn Krebs einsam macht

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Viele Menschen mussten die Weihnachtsfeiertage wieder alleine und einsam zu Hause verbringen. In manchen Städten lebt bereits in mehr als der Hälfte aller Wohnungen nur eine Person. Besonders alarmierend ist die Erkenntnis: ungewollt einsame Menschen haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko und eine verkürzte Lebenserwartung. 

Aus  Sicht der Wissenschaft ist Einsamkeit eine Krankheit mit fatalen Folgen für Körper und Seele. „Wir stellen fest, dass wir immer mehr krebskranke Menschen begleiten, die im Alltag allein sind. Diese Menschen fühlen sich mit ihrer Krebserkrankung im Stich gelassen“, berichtet Krebshilfe Psychologin Dr. Simone Lindorfer aus dem Beratungsalltag der Krebshilfe Salzburg. „Einsamkeit ist heute ein breites gesellschaftliches Phänomen. Kommt zu dieser ungewollten Einsamkeit auch noch eine Krebserkrankung hinzu, die für viele Menschen zur fast unerträgliche Last wird. Immer mehr Krebspatienten erleben während und nach der Therapie Phasen der Einsamkeit, auch weil man sich durch die Erkrankung selbst aus dem ‚bisherigen Leben‘ zurückzieht und sehr mit der Krankheitsbewältigung beschäftigt ist. Aber auch, weil einem schlicht und einfach die notwendige Kraft fehlt, um Sozialkontakte zu pflegen“, erläutert Lindorfer. Professionelle psychologische Hilfe brauchen Krebspatienten unmittelbar nach der Diagnose und während der Therapie.  

Einsamkeit hat viele Gesichter

Einsamkeit kommt nicht nur vom Allein-Sein. Viel öfter hat das Gefühl einsam zu sein mit Sprach- und Hilflosigkeit zu tun oder damit, dass das Umfeld nicht passend für den Erkrankten reagiert, mit der Folge, dass man sich selbst zurückzieht. Bei Krebspatienten ist die Einsamkeit zudem stark mit Hilflosigkeit verbunden: „Man weiß sich selbst nicht mehr zu helfen oder das Umfeld reagiert überfordert. So ist zum Beispiel bei Kindern häufig das Phänomen zu beobachten, dass sie sich von krebskranken Eltern zurückziehen. Nicht aus Bösartigkeit, sondern als Abwehrmechanismus“, erläutert Krebshilfe Geschäftsführer Stephan Spiegel. Andere wiederum täten zu viel und bombardierten den Kranken mit wohlgemeinten Ratschlägen. Es müsse ein gemeinsamer Weg gefunden werden, rät die Krebshilfe.

Reden Sie offen über Ihre Bedürfnisse

Die Krebshilfe rät Menschen, die sich einsam fühlen offen über Ihre Gefühle mit Ihren engen Freunden zu reden. Und wenn Sie niemanden zum Reden haben, lassen Sie sich helfen. Die Österreichische Krebshilfe ist für Sie da. Im Bundesland Salzburg gibt es in jedem Bezirk eine Beratungsstelle, und wenn man nicht zu uns kommen kann, dann kommen wir mit der mobilen Beratung zu Ihnen“, ermutigt Spiegel. In vielen Gemeinden gibt es zudem Selbsthilfegruppen zum Austausch mit anderen Betroffenen.



Krebshilfe Salzburg 
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5020 Salzburg
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