Richtig eingestuft?

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Falsche oder zu niedrige Einstufung beim Pflegegeld ist ein Dauerbrenner im Sozialversicherungsreferat der Arbeiterkammer. 

So wie bei Herrn S.: Er ist auf den Rollstuhl angewiesen, bekam aber nur Pflegegeldstufe 2. Nach zähen Verhandlungen erkämpfte die Arbeiterkammer vor Gericht Stufe 3. Das heißt monatlich etwa 160 Euro mehr sowie eine Nachzahlung von fast 1.300 Euro. Tipp: Mit dem „AK-Pflegetagebuch“ den Pflegebedarf genau dokumentieren, um gleich richtig eingestuft zu werden.   In Salzburg erhalten rund 26.000 Personen Pflegegeld. 80 Prozent der Beziehenden werden von ihren Angehörigen zu Hause betreut. Dementsprechend groß ist der Informationsbedarf rund um das Thema Pflege – die Anfragen in der AK steigen jedes Jahr. Ein Dauerbrenner im Beratungsalltag ist das Pflegegeld. „Die Beratungspraxis zeigt, dass viele Betroffene falsch eingestuft sind“, so AK-Sozialrechtsexpertin Sarah Baier. Oft sind langwierige Verhandlungen vor Gericht notwendig, um den Betroffenen zu ihrem Recht zu verhelfen. Dabei sind die Expertinnen und Experten der AK höchst erfolgreich: In 7 von 10 Fällen erreicht die Arbeiterkammer eine höhere Pflegegeldeinstufung für ihre Mitglieder. Ein Beispiel ist der Fall von Herrn S.

Höhere Pflegestufe für Rollstuhlfahrer

Wegen einer Gefäßerkrankung hat Herr S. sein linkes Bein verloren und ist seither auf den Rollstuhl angewiesen. Er hat deshalb Pflegegeld beantragt. Dieses wurde ihm auch gewährt – allerdings nur in Höhe der Stufe 2. „Für Personen, die aufgrund bestimmter Diagnosen auf den aktiven Gebrauch eines Rollstuhls angewiesen sind, sieht das Gesetz aber Pflegestufe 3 vor“, informiert Baier. Der Mann wandte sich an die AK. Nach mehreren Gerichtsverfahren erhält er nun unbefristet Pflegegeld in Höhe der Stufe 3. Das sind pro Monat über 160 Euro mehr. Zusätzlich kann er sich über eine Nachzahlung von etwa 1.300 Euro freuen.

Neu: Das AK-Pflegetagebuch 

Die Höhe der finanziellen Unterstützung hängt vom Pflegebedarf ab. Also davon, wie viel Hilfe jemand im Alltag, etwa bei Körperpflege oder Ankleiden braucht. Je genauer der Bedarf an Hilfe und Betreuung dokumentiert wird, desto besser kann die Pflegegeld-Einstufung erfolgen. „Mit Hilfe des Pflegetagebuchs können die Betroffenen den Gutachtern ihre Situation ausführlich beschreiben und ihren Bedarf verdeutlichen“, erklärt AK-Expertin Baier. Das AK-Pflegetagebuch steht unter www.ak-salzburg.at zum Download zur Verfügung.

Mobile Pflege ausbauen

Um Menschen bei der Pflege zu unterstützen fordert AK-Präsident Peter Eder, die „mobile Pflege“ auszubauen: „Pflegevorsorge ist eine zentrale öffentliche Aufgabe. Es geht um Gerechtigkeit – das Angebot muss gemäß dem wachsenden Bedarf ausgebaut werden. Dazu braucht es ein klares Konzept – die mobile Pflege muss darin eine zentrale Rolle spielen.“

 

www.ak-salzburg.at

 

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