Harte Zeiten für die Leber

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Das Feiern und Genießen im Kreise von Familie und Freunden hatte diesmal, zum Ende des ersten harten Jahres der Pandemie, einen ganz besonderen Stellenwert. Verständlich, wenn manche bei den Genüssen ein wenig über die Stränge geschlagen haben. Gar nicht gut für die Leber. 

Die Leber steckt viel weg und da sie auch nicht schmerzt, merkt man lange nichts von ihren Problemen. Folgende Faktoren können zu hohen Leberwerten und einer Fettleber führen. Der schlimmste Feind der Leber ist Alkohol. Er ist ein Zellgift und zu viel davon schädigt die Leber dauerhaft, denn sie kann nur eine gewisse Alkoholmenge pro Zeit abbauen - normalerweise rund 0,1 Promille pro Stunde. Alkohol begünstigt die Neubildung von Fetten. Diese werden in der Leber gelagert. Es kann zur Fettleber und Entzündung kommen. Die Leberzellen verkümmern und werden durch vernarbtes Bindegewebe ersetzt, eine Leberzirrhose droht.

Fettleber dank Fruchtzucker

Nicht viel weniger belastend ist Zucker. Vor allem in Form von Fruchtzucker, also Fructose. Diese ist neben Alkohol hauptverantwortlich für die Fettleber, unter der bis zu 30 Prozent der erwachsenen Österreicher leiden – meist ohne es zu wissen. Man merkt es allenfalls dadurch, dass man sich immer öfter schlapp und müde fühlt. Fructose findet sich in oft großen Mengen versteckt in Fruchtsäften, Fruchtjoghurts, Kuchen, Essiggurken und Ketchup, Naschereien wie Gummibärchen, Müsliriegel usw. Wenn man sich zum Beispiel dazu entschließen könnte, grundsätzlich anstatt Fruchtsäften einfach nur Wasser zu trinken und sich bei den Süßigkeiten und Naschereien einzubremsen, dann wäre schon sehr viel gewonnen für die Leber. Sie muss dann nämlich nicht die Fructose als belastende Fettzellen einlagern, die überdies dazu neigen, Entzündungsherde zu bilden. Das Fructose-Molekül ist für die Leber außerdem schwerer aufzuspalten und zu verarbeiten als andere Zuckerformen wie etwa Glucose. Diese kann der Organismus auch außerhalb der Leber verwerten, Fructose nicht – das kann nur die Leber. Fructose sollte dem Körper nur in Form von frischem Obst zugeführt werden. Einen Apfel verträgt die Leber locker.

Was der Leber gut tut    

Gegen die Fettleber gibt es kein Medikament. Sie kann nur durch eine gesunde Lebensweise mit viel Gemüse und Bewegung im Alltag zurückgebildet werden. Hält man sich daran, kann sich die Leber sehr rasch erholen, sie ist ein stark regeneratives Organ mit einer erstaunlichen Selbstheilungskraft. Was der Leber sonst noch gut tut? Genug trinken (aber keinen Alkohol!) - jeden Tag mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Viel Flüssigkeit hilft, dass Nahrungsmittel, Medikamente und Giftstoffe schneller im Körper abgebaut, umgebaut und ausgeschieden werden. Der Alkoholkonsum sollte gemäßigt werden, regelmäßige Alkohol-Pausen von mindestens zwei bis drei aufeinanderfolgenden Tagen entlasten die Leber. Frauen sollten nicht mehr als 0,3 Liter Wein oder Bier pro Tag konsumieren, bei Männern sind es maximal 0,6 Liter.  

Pflanzen können die Leber unterstützen

Die in Artischocken enthaltenen Enzyme, Bitterstoffe und Polyphenole regen die Gallenblase an, unterstützen die Leber bei der Fettverdauung und senken die Blutfette. Auch die Mariendistel ist bekannt für ihre leberschützenden Eigenschaften. Beides gibt es in Form gut verträglicher Nahrungsergänzungen in den heimischen Apotheken, wo man sich auch noch den einen oder anderen guten Rat zur Einnahmedauer und möglichen Nebenwirkungen geben lassen kann.