Gesundes Wasser

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Es ist unser wichtigstes Lebensmittel – dabei hat es nicht eine einzige Kalorie. Dennoch benötigt man es dringender als jede feste Nahrung. Selbst der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser und benötigt davon ständig Nachschub – spätestens alle paar Stunden, das ganze Leben lang.

Dr. Brigitte Gappmair

Ein gesunder Mensch hält es wahrscheinlich vier Wochen lang ohne feste Nahrung aus, ohne Flüssigkeitszufuhr kann ein Gesunder höchstens 3-4 Tage durchhalten, bevor es lebensgefährlich wird. Wer zu wenig trinkt, schadet seinem Körper und sein gesamter Stoffwechsel gerät in Unordnung. Wenn ein Flüssigkeitsdefizit von ein bis zwei Prozent vom Körpergewicht auftritt, spürt man das bereits durch das Austrocknen der Schleimhäute. Weiters nehmen Speichelsekretion und Konzentration ab. Ab drei Prozent wird der Leistungsabfall deutlich, bei fünf Prozent kommen weitere Beschwerden wie leichte Benommenheit dazu. Ab zehn Prozent Flüssigkeitsverlust wird es gefährlich, und ein Wasserverlust von mehr als 20 Prozent bedroht das Leben. Die Todesursache bei Wassermangel ist meist ein Kreislaufzusammenbruch bzw. eine innere Vergiftung. Die Nieren können ohne Wasser nicht mehr arbeiten, weshalb die Gifte die Organe angreifen und zerstören. Das ist dann das Ende -  Kollaps, Multiorganversagen und Tod durch Verdursten schon nach 4 bis 5 Tagen ohne Wasser, bei geschwächten Menschen, bei Kindern, Alten, Kranken mitunter schon deutlich früher. Die Angst jedoch, auszutrocknen, ohne etwas zu bemerken, ist unbegründet, beruhigt man in der Deutschen Bundeszentrale für Ernährung in Bonn zum Thema Wasser. Problematisch wird es erst im Alter, weil das Durstgefühl nicht mehr einwandfrei funktioniert. Australische Forscher haben entdeckt, dass ältere Menschen bei warmem Wetter mehr zur Dehydration neigen, weil sie nach dem Trinken schneller ein Sättigungsgefühl empfinden. Verantwortlich dafür könnte eine Kombination aus alternden Nerven in Mund, Rachen und Gehirn sein. Man sollte deshalb auf Konzentrationsstörungen, starke Müdigkeit und Antriebslosigkeit achten. Studien belegen, dass jeder sechste 65-Jährige zu wenig trinkt.

 Gib uns unser tägliches Wasser

Warum benötigt unser Körper täglich eine derart verlässliche Versorgung mit Flüssigkeit? Wasser ist Bestandteil aller Körperzellen und aller Körperflüssigkeiten und erfüllt viele lebenswichtige Funktionen wie die Entschlackung und den Abtransport von Giftstoffen und Abfallprodukten des Stoffwechsels über die Nieren und den Urin. Als Lösungsmittel ist es erforderlich für Stoffwechsel­abläufe und Transportvorgänge. Als Reaktionspartner nimmt es an biochemischen Reaktionen teil. Als Kühlmittel der Körpertemperatur kühlt es den Körper beim Schwitzen ab. Wasser sorgt mit dem Blut, das durch unseren Körper gepumpt wird, für den Transport von Mineralstoffen und Spurenelementen und es hält das Blut flüssig. Fehlt es an Wasser, holt sich der Körper das Wasser aus dem Blut, um den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Das Blut wird dabei durch den Wasserentzug immer dickflüssiger. Damit wird es für das Herz immer anstrengender, diese dichte Masse durch die Adern zu pumpen. Als Folge davon kann es zu Kreislaufbeschwerden kommen. Menschen, die dauerhaft zu wenig trinken, riskieren ernsthafte Erkrankungen wie Nierensteine, Bluthochdruck, Herzprobleme, Schlaganfälle oder Thrombosen. 

Wieviel Wasser braucht der Mensch? 

Wie hoch der Wasserbedarf des menschlichen Körpers ist, zeigen diese Zahlen: Mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit sollte der Mensch unter normalen Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie bei normaler Witterung täglich zu sich nehmen, damit die reibungslose Aufrechterhaltung der organischen Funktionen gewährleistet werden kann. Bei starker körperlicher Betätigung durch Arbeit oder Sport sowie bei hohen Umgebungstemperaturen – kann der Mensch bis zu 10 Liter, in Extremfällen sogar bis zu 15 Liter Wasser pro Tag durch das Schwitzen verlieren. Dieser massive Flüssigkeits- (und auch Elektrolyt-) Verlust muss laufend durch Trinken wieder ausgeglichen werden. Innerhalb von 24 Stunden pumpt das Herz mit dem Blut rund 1.400 Liter Wasser durch unser Gehirn. In einem durchschnittlichen Menschenleben benötigt unser Organismus rund 65.000 Liter Wasser.

Wasser und Schwitzen

Der Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Wir benötigen es für viele Vorgänge, beispielsweise für den Transport wichtiger Nährstoffe, die Beseitigung der Abfallstoffe oder eine optimale Funktion des Nervensystems. Wasser ist also für das Leben unverzichtbar. Ein Flüssigkeitsmangel, aus dem eine Dehydration resultieren kann, sollte daher unbedingt vermieden werden. „Welche Auswirkungen der Flüssigkeitsverlust nach einer bestimmten Zeit hat, ist im Einzelfall schwer zu bestimmen“, meint Prof. Patrick Diel, vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Sporthochschule Köln. „Wie viel Wasser wir verlieren, hängt auch stark davon ab, was wir tun, und in welcher Umgebung wir uns befinden.“ Dies kann insbesondere im Sommer passieren. Der Körper verliert durch hohe Temperaturen sehr viel Schweiß. Durch ein vermehrtes Schwitzen, Durchfall und Erbrechen kann es zu einem Mangel an Flüssigkeit kommen. Weitere mögliche Ursachen sind starke körperliche Anstrengung, ein zu häufiges Wasserlassen, Erkrankungen wie Fieber oder Nierenleiden oder ein großer Blutverlust. Die Folge: Wir müssen regelmäßig kleine Mengen Wasser nachtrinken. Denn bei einer einmaligen Zufuhr von einem Liter Wasser werden nur 200 Milliliter vom Körper aufgenommen. Der Rest wird ausgeschieden. Es gilt also: Öfters kleine Mengen Wasser trinken als einmal viel.

Wasser als Heilmittel und Wohlfühlfaktor 

Wasser ist aber nicht nur Lebensmittel, es ist auch sprichwörtliches Lebenselixier. Wasser wird in vielen Therapien als Heilmittel eingesetzt und in unzähligen Wellness-Angeboten, in Freizeit- und Sport-Aktivitäten ist Wasser das zentrale Element. Ein unverzichtbarer Wohlfühlfaktor zum Entspannen für Körper und Psyche – nicht nur jetzt im Sommer, wenn man an einem heißen Tag mit Hochgenuss in einen kühlen See springen kann. 

 

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