Medizin für die Frau und das Neugeborene

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Die Schwangerschaft ist für Frauen eine besonders von freudiger Erwartung geprägte Zeit im Leben. Als Spezialgebiet der Geburts-hilfe konzentriert sich die Perinatalmedizin an der Universitätsfrauenklinik Salzburg auf eine umfassende Betreuung und Behandlung. 

Besonders erfreulich ist, dass seit Jahren die Geburtenanzahl im gesamten Bundesland Salzburg ansteigt und sich im Jahr 2019 mit 2,6% Steigerung deutlich gegen den österreichischen Trend fortsetzte. Bis auf Wien (+ 0,6%) hatten alle anderen österreichischen Bundesländer eine abnehmende Geburtenzahl. Die Gründe hierfür sind nicht endgültig geklärt, allerdings vermutet der Primar der Salzburger Frauenklinik Univ.-Prof. Dr. Thorsten Fischer, dass die wirtschaftliche Stärke des Bundeslandes und die Zuwanderung von jungen Familien in das Bundesland maßgeblich die erfreuliche Ursache sein könnten. Die Geburtshilfe steht im besonderen Fokus der Öffentlichkeit, da die Erwartungen aller Beteiligten besonders hoch sind. Biologisch gesehen ist die Schwangerschaft und die Geburt eine große Herausforderung. „Das Ziel einer modernen Perinatalmedizin ist es, diese Herausforderungen zu meistern und die mit einer Schwangerschaft und Geburt einhergehenden Risiken auf ein Minimum zu reduzieren,“ erläutert Fischer. Gleichzeitig soll die emotionale Bindung des Elternpaares an ihr zukünftiges Kind bereits in der Schwangerschaft gefördert werden. 

Durchschnittsalter bei Geburten steigt

Moderne Perinatalmedizin zeichnet sich dadurch aus, eine Diagnostik dort durchzuführen, wo es sinnvoll ist, ohne aber gleichzeitig die Schwangerschaft per se oder die spätere Geburt zu pathologisieren. Das Durchschnittsalter der werdenden Mütter steigt, gleichzeitig sinkt die Anzahl der Kinder. Im Durchschnitt bekommen in Österreich Frauen noch 1,5 Kinder. In Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen beziehungsweise auch den Hausärzten und –ärztinnen werden die meisten schwangerschafts­assoziierten Erkrankungen heutzutage frühzeitig diagnostiziert, sodass in fast allen Fällen die Schwangerschaft erfolgreich weitergeführt werden kann und das Ziel eines gesunden Kindes fast immer erreicht wird. 

Probleme während der Schwangerschaft

Zu den typischen schwangerschaftsassoziierten und häufigsten Erkrankungen gehören 

- eine Plazentaschwäche

- Nieren-, Leber- und Gallenblasenerkrankungen

- der schwangerschaftsassoziierte Diabetes

- der schwangerschaftsassoziierte Bluthochdruck

- die Präeklampsie (Gestose)

Auch wenn die Intensivmedizin für zu früh geborene Kinder heutzutage auf höchstem Niveau arbeitet, ist es immer das Ziel, dass Schwangere ihr Baby möglichst lange austragen können. „Insbesondere Geburten vor der 34. Woche und noch mehr vor der 28. Woche sollten, wenn möglich, durch kluge medizinische Entscheidungen verhindert werden“, so Fischer.

Alle Experten vor Ort

Am Ende der Schwangerschaft nimmt naturgemäß der Respekt vor der anstehenden Geburt zu. Heutzutage ist es üblich, dass Frauen aufgrund eines vielfältigen Informationsangebotes über Schwangerschaft und Geburt sehr gut informiert in die Geburt hineingehen. Ein gut geübtes Zusammenspiel erfahrener Hebammen auf der einen Seite und den Geburtshelfern und –helferinnen auf der anderen Seite ist die Voraussetzung für eine gleichermaßen sichere und emotional behütete Geburt. An großen Zentren, wie der Universitäts-Frauenklinik Salzburg müssen aber auch alle anderen Fachexperten – wann immer sie gebraucht werden – sofort zur Verfügung stehen. Dazu gehören vor allem die Narkoseärzte für eine optimale Schmerztherapie während einer normalen Geburt oder während eines Kaiserschnittes und die Kinderärzte und -ärztinnen für die Neugeborenen und Frühchen. Diese Gruppe von Ärzten ist nicht nur für bereits während der Schwangerschaft erkennbare sog. Risiko-Konstellationen besonders wichtig, sondern im besonderen Maße auch für „gesunde“ Mütter. „Nicht selten sind kinderärztliche Einsätze auch nach völlig unauffälligen Schwangerschaften unerwartet nach einer Geburt notwendig, dann ist es gut, wenn der Kinderarzt oder die Kinderärztin bereits vor Ort sind,“ so Primar Fischer. Die Gründe hierfür sind vielfältig: zum Beispiel sogenannte Anpassungsstörungen, Aspiration des Neugeborenen von Fruchtwasser oder Mekonium, unerwartete kindliche Unterversorgungen während der Geburt oder Anpassungsschwierigkeiten des kindlichen Stoffwechsels.Aber auch für alle anderen Geburtssituationen ist das professionelle Zusammenspiel aller Subdisziplinen unerlässlich. Primar Thorsten Fischer ist deshalb besonders stolz, dass aus ganz Österreich Schwangere für Mehrlingsgeburten, Steißgeburten oder bei Plazentaschwächen nach Salzburg kommen. „Darüber hinaus ist unsere gute Zusammenarbeit mit der Mund-Kiefer- und Kinderchirurgie in Österreich bereits ,legendär‘,“ so Fischer.   

Die Frauenheilkunde gehört aufgrund vieler Subspezialisierungen zu den großen medizinischen Fächern an der Universitätsklinik Salzburg mit den Schwerpunkten:

- Peri-, Pränatalmedizin und Geburtshilfe
- Gynäkologische Onkologie (Diagnostik und Behandlung aller bösartigen Erkrankungen der weiblichen Organe)
- Senologie (Diagnostik und Behandlung von gutartigen und bösartigen Brusterkrankungen)
- Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
- Urogynäkologie (Erkrankungen des weiblichen Beckenbodens)

Als eine der Unterdisziplinen ist die Geburtshilfe an der Universitätsfrauenklinik eine der größten ihrer Art in Österreich und nimmt im Zusammenspiel mit der Schwesternklinik der Landesklinik Hallein einen Spitzenplatz in Österreich ein.