Hirntod: Diagnostik und Verfahren sind exakt vorgegeben

Darüber darf es nicht den geringsten Zweifel geben. Entscheidend dabei ist die zweifelsfreie Feststellung des Hirntodes. Dieser ist dann eingetreten, wenn die Gesamtfunktionen des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstammes irreversibel erloschen sind. Ethik und Gesetz folgen dieser Definition. Die Feststellung, dass der Hirntod zweifelsfrei eingetreten ist, erfolgt nach einem genau vorgegebenen mehrstufigen Verfahren, das nach Beschluss des Obersten Sanitätsrates für alle Spitäler Österreichs gilt und vor einer geplanten Organentnahme verpflichtend durchgeführt werden muss. 

Die Diagnose des Hirntodes kann nur während einer intensivmedizinischen Behandlung mit künstlicher Beatmung, Kreislauftherapie und Hormonersatztherapie im Krankenhaus erfolgen. Nur durch die maschinellen Unterstützungsmaßnahmen können die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung der Organe langfristig aufrechterhalten werden. Dieses Vorgehen ist notwendig, weil Organe, sobald sie nicht mehr mit Blut versorgt werden, langsam ihre Funktionsfähigkeit und damit Transplantierbarkeit verlieren. Das heißt, ein Organ muss innerhalb einer bestimmten Zeitspanne dem Spender entnommen und dem Empfänger eingesetzt werden, ansonsten wird es nach einigen Stunden unbrauchbar. Beim Herzen beträgt diese Zeit etwa vier Stunden, bei der Leber zwölf und bei der Niere 24 Stunden. 

Für die zweifelsfreie Feststellung des Hirntodes müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, etwa der Verlust des Bewusstseins (Koma), eine Areflexie des Hirnstamms (z. B. mittel- bis maximal weite und lichtstarre Pupillen, fehlende Schmerzreaktion im Trigeminusbereich, fehlender Schluck- und Hustenreflex), der Verlust der Spontanatmung (Apnoe). Die Untersuchung mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) muss über einen Zeitraum von mindestens dreißig Minuten eine hirnelektrische Stille, also ein sogenanntes Nulllinien-EEG, ergeben.