Dem Gehirn beim Denken zusehen

In Salzburg steht Österreichs einziger Magnetenzephalograph. Die Magnetenzephalographie (kurz MEG genannt) ist ein äußerst sensitives Diagnoseverfahren zur Messung der Gehirnaktivität mit sehr hoher zeitlicher Auflösung.

Mit der Errichtung des MEG- Labors in den Räumlichkeiten des Uniklinikums Salzburg-CDK verfügt Salzburg als einziger Standort in Österreich über ein derartiges Gerät und baut damit seine Exzellenz in der neurokognitiven Forschung aus.
Die MEG-Methode eröffnet einerseits in der Grundlagenforschung neue Blickwinkel etwa bei Lese-, Schlaf- oder Gedächtnisstudien und hilft andererseits bei Epilepsie-Patienten dasjenige Hirnareal präzise zu lokalisieren, von dem die Anfälle ausgehen und das in der Folge möglicherweise neurochirurgisch entfernt werden soll. Das ist vor allem für diejenigen Epilepsie-Patienten von großer Bedeutung, die nicht durch medikamentöse Therapien anfallsfrei werden. Das MEG eröffnet noch bessere Chancen für die Patienten, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Eugen Trinka, Vorstand der Neurologie am Uniklinikum Salzburg-CDK: „Das MEG kann Patienten das Einsetzen von Tiefenelektroden zur präoperativen Lokalisation von epileptischen Herden ersparen. Es ist eine innovative Technik, und kein Routineverfahren, sondern nur für ganz bestimmte Patienten und Patientinnen geeignet.“
Es schaut aus wie ein überdimensionaler Motorradhelm und kann Gedankenblitze sichtbar machen. Das Ganzkopf-Magnetenzephalographie-Gerät misst das natürliche Magnetfeld an der Kopfoberfläche das durch die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn entsteht. Ob wir nachdenken, eine Berührung wahrnehmen, unsere Bewegungen steuern, Hör- und Seheindrücke verarbeiten –  jeder Hirnstrom verursacht ein wenn auch extrem schwaches – Magnetfeld. Und das kann im MEG von speziellen hochempfindlichen Sensoren, sogenannten SQUIDS, gemessen werden, die auf der Basis von supraleitenden Spulen arbeiten. Das MEG ist wie das EEG ein nicht invasives Diagnoseverfahren ohne Strahlenbelastung oder Nebenwirkungen. Es ergänzt andere Methoden zur Messung der Hirnaktivität.
Das MEG Labor wird gemeinsam von der Universität Salzburg (PLUS) und dem Uniklinikum Salzburg-CDK und der PMU betrieben. Exzellente Neurowissenschaftler dieser Einrichtungen sind schon seit längerem im „Centre for Cognitive Neuroscience“ strukturell vernetzt.

Universitätsklinik für Neurologie, neurologische Intensivmedizin und Neurorehabilitation
Christian-Doppler-Klinik
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