Leben mit Epilepsie

Geschätzte 65 Millionen Menschen leiden weltweit an Epilepsie, in Österreich sind rund 80.000 Fälle bekannt. Epileptische Anfälle treten unerwartet auf und können mitunter zu Verletzungen, Krankenhausaufenthalten und im schlimmsten Falle sogar zum Tod führen.

Bei einem epileptischen Anfall kommt es zu überschießenden Entladungen von Nervenzellen im Gehirn, vergleichbar einem Gewitter im Kopf. Das führt zu einer kurzen Funktionsstörung der betroffenen Nervenzellverbände. Die Diagnose und Therapie von Epilepsien ist ein Schwerpunkt in der Neurologie und Neurochirurgie an der Christian-Doppler-Klinik am Uniklinikum Salzburg, mit internationalem Toprenommee. Epilepsie-Experte und Vorstand der Universitätsklinik für Neurologie, Univ.-Prof. Dr. Eugen Trinka, erklärt: „Epilepsien gehören zu den häufigsten schweren chronischen neurologischen Krankheiten. Ziel der Behandlung ist, die Anfallsfreiheit zu erreichen. Epilepsien galten lange Zeit als Herausforderung wegen der begrenzten Behandlungsmöglichkeiten. In den vergangenen 20 Jahren hat sich mit Einführung neuer antiepileptischer Medikamente das Blatt zu wenden begonnen.“

Epilepsiezentrum am Uniklinikum
Epilepsiechirurgische Operationen werden seit 2012 an der Universitätsklinik für Neurochirurgie erfolgreich durchgeführt. Bei bestimmten Epilepsieformen liegen damit die Erfolgsaussichten bei 80 bis 90 Prozent. Primar Univ. Prof. Dr. Peter A. Winkler betont, dass der Erfolg von Operationen am Gehirn im Wesentlichen von der Kenntnis der funktionellen Neuroanatomie der Hirn- und Gefäßstrukturen des epileptischen Herdes und der umgebenden Regionen abhängt. Er hat deshalb ein Forschungslabor für Mikrochirurgische Neuroanatomie etabliert, in welchem mikroneuroanatomische Grundlagen erforscht und diese in die Operationssäle umgesetzt werden und somit direkt dem Patienten zugute kommen.

50% DER Epilepsien - schon im Kindesalter
Oberarzt Dr. Christian Rauscher von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde ist Experte auf dem Gebiet der Kinder-Epilepsie: „Die Epilepsien gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters. Für Eltern ist die Eröffnung der Diagnose Epilepsie daher immer schlimm.
Aus diesem Grunde führen wir seit dem Jahr 2008 regelmäßige Schulungen für Kinder mit Epilepsie, sowie deren Eltern durch. Es gibt viele Arten von Epilepsien, auch leichte Formen, die anfangs kaum als Epilepsie erkannt werden, z.B. Absencen-Epilepsien, die als kurze Abwesenheitszustände auffallen. Eine EEG-Untersuchung in der Schlafableitung unserer Klinik kann hier Sicherheit geben, ob es sich tatsächlich um eine Form der Epilepsie handelt und wie man sie behandeln kann.“

Das epileptogene Arial finden
Eines der modernsten Epilepsie-Monitoring-Einheiten in Europa steht in der Salzburger Universitätsklinik für Neurologie. Hier werden Epileptische Anfälle bei Patienten strukturiert beobachtet und gemessen. Gerade im Bereich der präoperativen Epilepsiediagnostik kommt auch der Neuroradiologie von Priv.-Doz. Dr. Mark Mc Coy eine enorme Bedeutung zu. Wesentliche Fortschritte wurden durch die technische Entwicklung im Bereich der neurologischen Bildgebung, wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Magnetencephalographie (MEG) erzielt .