Schwerpunkt Operationen verständlich erklärt: Hüftgelenksoperation

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks beziehungsweise einer Hüft-Totalendoprothese (HTEP) dauert ungefähr ein bis eineinhalb Stunden und gilt heutzutage als Routine-Eingriff. Damit Patienten nach einer Hüft-OP wieder schnell und schmerzfrei in Ihren Alltag zurückkehren können, werden heutzutage minimalinvasive Zugänge verwendet, bei denen die Hüftmuskulatur nicht mehr durchtrennt werden muss. Auch der dazu benötigte Hautschnitt ist kleiner. Somit entsteht insgesamt eine kleinere Wunde, die schneller heilt, erklärt Dr. Roman Strassl, orthopädischer Chirurg, den Ablauf einer Hüft­operation.                                                                                                            

Minimal invasiver Zugang

Nach dem Öffnen der Hüftgelenkskapsel wird der Hüftkopf knochensparend vom Schenkelhals abgetrennt, danach der abgenützte Restknorpel aus der Hüftpfanne ausgefräst. Mit präzisen Fräsen wird die knöcherne Hüftpfanne vorbereitet, um dann die passende Titanschale mit dem Gleitlager aus Polyethylen-Kunststoff oder Keramik einbringen zu können. Dazu steht ein modernes Baukastensystem aus verschiedenen Pfannen und Größen zur Verfügung. Bei schlechter Knochenqualität können zusätzlich auch Schrauben eingebracht werden.            

Test und PROTHESE

Im nächsten Arbeitsschritt wird der Knochenkanal des Oberschenkelknochens, der ja ein Röhrenknochen ist, mit speziellen Raspeln vorsichtig so weit aufgeraspelt, dass die Prothesenschaft eingebracht werden kann. Mittels Probe-Prothesenteilen wird die Beweglichkeit, Stabilität und Position des neuen Kunstgelenks getestet. Nach der Testphase werden die Originalteile eingesetzt, ein Keramik-Kopf aufgesetzt und das neue Hüftgelenk nochmal überprüft. Der Einbau des Hüftgelenkes erfolgt dabei ohne Knochenzement. Die Prothesenteile mit ihrer rauhen Titan-Oberfläche verfügen nämlich über eine Spezialbeschichtung, die ein rasches Einheilen in den Knochen gewährleistet. Danach erfolgt der Wundverschluss und die OP ist abgeschlossen.

Erste Schritte nach drei Stunden

Durch die vom Salzburger Orthofocus-Team verwendete moderne OP-Methode (Fast track mobilisation) braucht es keine Drainage-Schläuche aus der Wunde, da während der Operation direkt im Gelenksbereich Einspritzungen mit blutungshemmenden Medikamenten und Schmerzmitteln durchgeführt werden. Dadurch wird nach der Operation eine schmerzfreie schnelle Mobilisation mit Hilfe des Physiotherapeuten bereits drei Stunden nach der OP möglich. Bereits am Operationstag kann mit der Rehabilitation begonnen werden. Am Entlassungstag ist der Patient in der Regel soweit selbstständig mobil, um mit zwei Gehbehelfen normale Gehstrecken des täglichen Lebens sicher bewältigen zu können.

 

Weitere Informationen zu Hüftgelenksoperationen: 
ORTHOFOCUS Kompetzenzteam Orthopädie
Dr. Roman Strassl
Guggenbichlerstraße 20, 5026 Salzburg
Tel.: 0662 2828242
www.orthofocus.at