Rechtzeitig erkennen, richtig handeln Polyneuropathie

Ist das periphere Nervensystem in seiner Funktion gestört, spricht man von einer Polyneuropathie. Die Beschwerden reichen von Empfindungsstörungen über Schmerzen bis hin zu Lähmungen.

Polyneuropathie (griech. poly=viel, neuron = der Nerv) ist eine Schädigung vieler peripherer Nerven, die vom Rückenmark ausgehend zu den Muskeln und Organen des Körpers führen.  Die Reizweiterleitung funktioniert dann nur mehr eingeschränkt oder gar nicht mehr.  Meist sind die Auswirkungen dieser Krankheit zuerst an den Nervenzellen mit den längsten Bahnen zu beobachten, also an Händen oder Füßen. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein – je nachdem, welche Nerven betroffen sind. Manche Menschen spüren ein Brennen oder Taubheit, andere reagieren mit Überempfindlichkeit, Kribbeln, Kältegefühl oder Lähmungen.

Ursachen 

Die häufigsten Ursachen von Polyneuropathie in Mitteleuropa sind Diabetes mellitus und erhöhter Alkoholkonsum. Bei bestimmten Krebserkrankungen kann als Begleiterscheinung eine Polyneuropathie auftreten, vor allem beim Multiplen Myelom. Ebenso können Nieren-, oder Lebererkrankungen, Entzündungen, Virusinfekte oder Mangel an Vitamin B1, B6 oder B12 derartige Beschwerden auslösen. Auch Umweltgifte wie Blei, Quecksilber, Arsen und manche Lösungsmittel können eine Polyneuropathie verursachen.

Medikamente

Es gibt keine medikamentöse Vorbeugung, durch die eine Polyneuropathie zuverlässig verhindert werden kann. Einige Medikamente haben sich bei bestehender Polyneuropahtie jedoch als hilfreich erwiesen. So können manche Antidepressiva als Nebeneffekt polyneuropahtische Beschwerden lindern. So wird zum Beispiel ein Therapieversuch mit dem Antidepressivum Duloxetin bei Patienten empfohlen, die unter schmerzhafter Polyneuropathie leiden. Weitere Medikamente, die möglicherweise zur Besserung der Beschwerden und Schmerzen beitragen können, sind Gabapentin und Pregabalin. Polyneuopathische Schmerzen werden durch Schmerzmittel wie Tramadol oder Morphine (Hydal, Vendal, Fentanyl). Begleitend zur Behandlung können Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin B1 oder auch ein  Vitamin B-Komplex eingenommen werden. 

Physikalische Therapie

Zur physikalisch-medizinischen Therapie der Polyneuropathie zählen folgende Therapieoptionen: Schmerzlindernde Elektrotherapie, Kohlensäurebad, Paraffinbad, Zucker- oder Salzpeeling, lokale Vibrationstherapie, Ganzkörpervibrationstherapie, Bürstenmassage und Fußreflexzonenmassage, Bewegungs-, Ergo- sowie medizinische Trainingstherapie.

 

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