Kribbeln oder taube Finger

Ein Einschlaf-Gefühl oder Kribbeln in den Fingern sind Symptome, die viele Menschen in unterschiedlichster Art und Ausprägung betreffen.

Einer der häufigsten Gründe für Kribbeln in den Fingern ist das Karpaltunnelsyndrom, bei dem sich der Nervenengpass im Handgelenksbereich befindet. Es kann jedoch auch eine chronische Erkrankung wie Rheuma oder Arthrose dahinter stecken, bei welcher es zusätzlich zu starken Schwellungen des Handgelenks oder der Finger kommen kann. Die rheumatoide Arthritis- im Volksmund Rheuma- ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung unklarer Genese mit sehr variablem, meist in Schüben voranschreitendem Verlauf. Sie zerstört in erster Linie die Gelenke, kann aber auch die inneren Organe betreffen. Bei manchen treten diese Beschwerden in der Nacht auf, bei einigen bei Belastungen der Hände während der Arbeit oder beim Sport. „Da es sich um eine Einengung der Nervenbahn des Arms handeln kann, ist sowohl eine orthopädische Untersuchung von der Halswirbelsäule bis zur Hand notwendig, als auch eine neurologische Abklärung, bei welcher man die Nervenleitgeschwindigkeit messen kann“, erklärt Dr. Roman Straßl, Handspezialist im Orthofocus Kompetenzteam Orthopädie. Derartige Einengungen können durch harmlose Muskelverspannungen ausgelöst werden, es kommen jedoch auch echte Engstellen im Bereich des Ellbogens und des Handgelenks aber auch der Halswirbelsäule in Frage, die zu bleibenden Nervenschäden führen können. Neben konservativen (=nichtoperativen) Behandlungsmethoden wie medikamentöser Behandlung, Medikament- Einspritzungen, physikalischer Therapie und Schienenbehandlung ist es nicht selten notwendig, dem eingeengten Nerven durch eine Operation wieder den nötigen Platz zu verschaffen um Dauerschäden zu vermeiden.

»Missempfindungen wie Kribbeln, ziehende oder krampfartige Schmerzen sowie Steifigkeitsgefühl können durch Nerveneinengungen entstehen. Die Gründe dafür sind vielfältig.« 

Dr. Roman Straßl FA für Orthopädie