Männerhormon Testosteron

von Dr. Andrea Gnad

Im Hormonhaushalt des Mannes dreht sich aus urologischer Sicht alles um das Testosteron. Es ist DAS männliche Sexualhormon und beeinflusst nicht nur die Sexualität sondern auch den Muskel- und Knochenstoffwechsel, Stimmung und Antrieb, Schlafqualität und den Fettstoffwechsel.

Testosteron kommt bei beiden Geschlechtern vor, bei Frauen allerdings in deutlich geringerer Konzentration. Im männlichen Körper wird das Hormon hauptsächlich in den Hoden produziert. Bei Frauen stammt es aus den Eierstöcken und den Nebennierenrinden. Ursache für einen Testosteronmangel kann in der Hirnanhangsdrüse liegen, die die Hoden zur Testosteronproduktion anregt, oder in den Hoden direkt. Die Diagnostik sollte von einem Facharzt für Urologie vorgenommen werden und besteht im Wesentlichen aus der Anamnese, einer körperlichen Untersuchung und einer Blutabnahme.Die Interpretation der Befunde ist allerdings nicht ganz einfach und bedarf viel Hintergrundwissen. Als erster Punkt ist das Alter des Patienten entscheidend. Es gibt Jugendliche mit Testosteronmangel, bei denen die Pubertät ausbleibt (Pubertas tarda), sowie junge Männer die im Rahmen der Kinderwunschabklärung bei unerfülltem Kinderwunsch aufschlagen. Auch ein sportlicher Leistungsabfall oder Libidoverlust und erektile Dysfunktion können Anzeichen für einen Testosteronmangel sein.

ALTER und LEBENSSTIL

Im Laufe des Lebens sind es dann häufig Lebensstilfaktoren, die den Testosteronspiegel beeinflussen. Bei Adipositaspatienten findet man in über 50% einen Hypogonadismus, ebenso bei Diabetikern. Weiters sollte man nicht einfach von den Symptomen auf die Diagnose schließen, da etwa Libidoverlust und Erektionsstörungen viel häufiger durch Stress und äußere Faktoren verursacht sind als durch einen Testosteronmangel. In jedem Fall sollte die Diagnose vom Facharzt gestellt werden und keinesfalls zu schnell und ohne Rücksprache zu Testosteronpräparaten gegriffen werden. Die Testosteronsubstitution bedarf strenger fachärztlicher Kontrollen, da die unsachgemäße Verwendung die Gefahr von Thrombosen und Leberschäden erhöht sowie ein unerkanntes Prostatakarzinom zum Wachsen anregen kann. Andererseits kann die gezielte Normalisierung eines zu niedrigen Spiegels sehr hilfreich sein in der Diabetestherapie, sowie beim Abnehmen und bei der Einstellung des Blutdrucks helfen. Auch bei Depressionen ist die Bestimmung des Testosteronspiegels sinnvoll sowie selbstverständlich bei sexuellen Funktionsstörungen. Vorrangig bei allen Maßnahmen ist immer die Erreichung einer Verbesserung des persönlichen Lebensstils.

"Bei Bedarf sprechen Sie im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Urologen das Thema direkt an.“
Dr. Andrea Gnad
FÄ für Urologie, 
Andrologie und Sexualmedizin

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