Der Ultraschall in der Röntgenpraxis

von Dr. Werner Lassner

In der Medizin gewinnen moderne Schnittbildverfahren  (Computertomografie und Kernspintomografie) immer mehr an Bedeutung. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage nach dem Stellenwert der Sonografie in der medizinischen Diagnostik in der Gegenwart und Zukunft.

Die Vorteile des Ultraschalls sind die schmerzlose und nebenwirkungsfreie Untersuchung für den Patienten. Weiters hat der Arzt dabei direkten Patientenkontakt und kann dabei auf die vom Patienten angegebenen Beschwerden oder Schmerzen direkt eingehen und die betroffene Körperregion gezielt untersuchen.Der Ultraschall ist eine dynamische Untersuchung. Mit ihm kann die Bewegung von Gelenken und Sehnen, die Darmperistaltik oder der Blutfluss in Echtzeit dargestellt werden. Und es können alle Körperregionen in den verschiedensten Schnitt­ebenen untersucht werden, wobei die diagnostische Aussagekraft in den einzelnen Körperabschnitten unterschiedlich ist.Weitere Vorteile sind die gute Verfügbarkeit der Untersuchungsmethode und die vergleichsweisen niedrigen Kosten im Vergleich zu den Schnittbildverfahren. Als Nachteile sind die Untersucherabhängigkeit und physikalische Grenzen anzuführen.

Großer Vorteil für Kinder

Ultraschall-Wellen werden an Grenzflächen (Luft oder Knochen) stark reflektiert, dadurch ist die Diagnostik des Gehirns oder der Lunge entsprechend limitiert. In Folge sind auch Darmgase und vermehrtes Körperfett, „Feinde“ des Ultraschalls. Ideal ist die Methode bei Kindern, weil diese ein geringes Körpervolumen und wenig Fettgewebe mit sich bringen. Auch unruhige, kleine Patienten sind mit dem Ultraschall untersuchbar. Mit der farbkodierten Dopplersonografie kann Bewegung - hauptsächlich der Blutfluss in Arterien oder Venen - farblich dargestellt werden. Somit leistet der Ultraschall einen wichtigen Beitrag in der Herz- und Gefäßdiagnostik. In der Röntgenpraxis wird der Ultraschall zur Untersuchung der Bauchorgane eingesetzt. Wichtig ist dabei, dass der Patient für 3 Stunden nüchtern bleibt. Die Fragestellungen sind zum Beispiel: Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, pathologische Laborwerte oder die Nachsorge nach Krebserkrankungen. Fast alle Fragestellungen der Zuweiser können so schnell und kostengünstig beantwortet werden. Bei unklaren Fällen oder pathologischen Befunden kann gezielt eine weiterführende Diagnostik empfohlen werden (z.B: Computertomografie oder Endoskopie) und damit für den Patienten belastende Mehrfachuntersuchungen vermieden werden. Für die Untersuchung der Brust ist der Ultraschall eine wichtige Ergänzung zur Mammografie bei dichter Brust oder zur weiteren Abklärung von Herdbefunden wie  Zysten oder Fibroadenomen. Oberflächliche Körperabschnitte sind im Ultraschall ebenfalls ideal zu untersuchen, daher auch Organe wie die Schilddrüse und die Speicheldrüsen. Auch die Abklärung der Lymphknotenstationen am Hals, in der Achselhöhle oder in den Leisten ist mit hoher Aussagekraft möglich. Ein weiterer wichtiger Bereich sind oberflächliche Tastbefunde oder Knoten. Mit dem Ultraschall ist die genaue Ausdehnung und Tiefe des Knoten gut bestimmbar. Sehr oft ist auch eine relativ sichere Gewebszuordnung möglich. Bei unklaren oder pathologischen Befunden kann eine gezielte weitere Schnittbilddiagnostik (meistens MRT) empfohlen werden. In der Neurologie hilft der Ultraschall in der Diagnostik peripherer Nerven, wie zum Beispiel die Untersuchung der Nervus medianus im Carpaltunnel oder des Nervus ulnaris am Ellbogen zum Nachweis oder zum Ausschluss einer Nervenkompression. Auch die Untersuchung von Gelenken und Sehnen ist mit Ultraschall gut möglich. Eine hohe Wertigkeit hat der Ultraschall vor allem bei der Untersuchung der Schulter, wobei auch die Gelenksbewegung mituntersucht werden kann. Ebenso ist die Archillessehne als große oberflächliche Struktur ideal zu beurteilen. In der Rheumadiagnostik können Gelenksentzündungen vor allem an den Fingergelenken gut nachgewiesen werden, wobei mit der Dopplersonografie zusätzlich die durch die Entzündung  vermehrte Durchblutung um das Gelenk nachgewiesen werden kann (Synovitis). Auch in der Gefäßdiagnostik leistet der Ultraschall einen wichtigen Beitrag. Sehr gut zu beurteilen sind oberflächliche kurze Gefäßabschnitte wie zum Beispiel die Halsschlagadern (farbkodierte Dopplersonografie der Carotiden).Im Ultraschall kann der Blutfluss, die Flussgeschwindigkeit und die Blutflussbeschleunigung in einer Gefäßeinengung aufgrund der dynamischen Untersuchung direkt bestimmt und quantifiziert werden. Bei längeren Gefäßabschnitten wie zum Beispiel den Beingefäßen ist der Ultraschall dagegen limitiert, weil die Untersuchung sehr zeitaufwändig wird und die Befunddokumentation eingeschränkt ist. Hier ist in der Regel eine MR- oder CT-Angiografie der Gefäße übersichtlicher und aussagekräftiger.

Neu in Hallein

In unserer Gruppenpraxis Dr. Doringer-Dr. Lassner mit den Standorten Salzburg und Hallein steht jeweils ein Ultraschallgerät-Gerät Sequoia der Firma Siemens mit hochauflösenden Schallköpfen bis zu 16 MHz und farbkodierter Dopplersonografie zur Verfügung. Damit können wir auch am Standort Hallein das gesamte radiologische Ultraschallspektrum anbieten.Sollten doch weitere Abklärungen mit CT oder MRT notwendig sein können wir unseren Patienten einen zeitnahen Termin im CT/MRT Institut in Salzburg anbieten. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Ultraschall weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil in einer Röntgenpraxis ist. Auch trotz der modernen Schnittbildverfahren (CT, MRT) hat die Bedeutung des Ultraschalls in der Medizindiagnostik weiter zugenommen. Für den Patienten ist die Untersuchung nicht belastend und nicht invasiv, dafür mit hoher Aussagekraft und rascher Diagnose. Auch der direkte Kontakt mit dem Arzt und die Möglichkeit auf die angegebenen Beschwerden direkt einzugehen ist von immensem Vorteil.