Operationen einfach erklärt - Der verengte Wirbelkanal

Eine Spinalkanalstenose ist eine Einengung des Wirbelkanals, in dem das Rückenmark verläuft. Knöcherne Auswüchse oder Weichteile können auf die dort befindlichen Nerven drücken und starke Schmerzen verursachen. Wie funktioniert so eine Operation im Lendenwirbelbereich?

UMFASSENDE DIAGNOSE

Basis jeder Operation ist eine umfassende Diagnose mit Hilfe bildgebender Verfahren sowie einer neurochirurgischen Untersuchung. Bei einer Spinalkanalstenose ist – vergleichbar mit einem verstopften Rohr – die Durchlässigkeit des Wirbelkanals gestört. Meist sind Knochenverdickungen oder -anbauten, die sich im Lauf der Zeit bilden, die Ursache für die Einengung des Kanals. Aber auch Arthrose, Wirbelgleiten oder Verdickungen von Bändern der Wirbelsäule können den Nerv einschränken. Die Wirbelkanalstenose tritt häufig im Bereich des vierten und fünften Lendenwirbels oder der Halswirbelsäule auf. Ziel einer Operation ist es, die Engstelle zu weiten und dem Nerv wieder genügend Platz zu geben.

DIE OPERATION

Die Freilegung eines Nervs der Lendenwirbelsäule ist heute ein Routineeingriff und wird unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie mikrochirurgisch gemacht. Der Operateur legt nach einem kleinen Hautschnitt den betroffenen Bereich der Lendenwirbelsäule frei und entfernt unter dem Mikroskop das Gewebe, das den Nerv einengt. Besonders schonend ist ein einseitiger Zugang, bei dem über die Mitte tunnelierend auch die Gegenseite vollständig druckentlastet werden kann. „Sind mehrere Bandscheibenhöhen betroffen, so wird durch ein Abwechseln der Zugangsseiten die Operationsbelastung gleichmäßig auf beide Seiten verteilt“, führt Neurochirurg Stephan Emich aus. Gewöhnlich klingen dann die in die Beine ausstrahlenden Schmerzen rasch ab. 

FEHLSTELLUNGSKORREKTUR 

Besteht eine Überbeweglichkeit der Wirbelsäule, braucht es eine zusätzliche Fixierung mittels Verschraubung oder Implantat. Die Bildung von knöchernen Auswüchsen ist nämlich meist auf Mikroinstabilitäten in der Wirbelsäule zurückzuführen, erläutert Neurochirurg Helmut Hiertz. Der Körper versucht, durch die Neubildung von Knochen der Instabilität entgegenzuwirken. Manchmal ist es auch nötig, eine Fehlstellung der Wirbelsäule zu korrigieren, damit der Druck auf den Nerv dauerhaft verhindert wird. Je nach individueller Situation dauert die Operation zwischen einer und sechs Stunden. „Der Eingriff bedeutet nicht, dass die Patientinnen und Patienten, nach der Operation komplett schmerzfrei sind“, beobachtet Hiertz: „Aber der Eingriff bringt eine deutliche Verbesserung und damit mehr Lebensqualität.“