Hirnforschung: Die Qual der freien Wahl

Volles Risiko oder doch lieber die Sicherheitsvariante? Anhand der neuronalen Aktivität im präfrontalen Cortex des Gehirns lässt sich schon vorab zeigen, welche Aktion als nächstes gesetzt wird: Bleibt die Aktivität spezifischer Neuronen niedrig, wird bei der nächsten Gelegenheit wieder Risiko genommen. 

Wenn die Aktivität dieser Nervenzellen aber stark ansteigt, dann wird als nächstes die Sicherheitsvariante gewählt. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Publikation im Fachjournal „Neuron“ von Forschern am Zentrum für Hirnforschung und dem Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme der MedUni Wien sowie der NYU School of Medicine, New York, anhand eines Tiermodells. Ziel der Wissenschaftler ist es nun, genau jene synaptischen Neuronenpfade und spezielle Zelltypen zu identifizieren, die für eine Änderung oder Beibehaltung des Verhaltens wichtig sind.  Die Wissenschaftler wollen verstehen, wie solche Entscheidungssignale vom Gehirn entwickelt werden und wie unterschiedliche Hirnregionen die verschiedenen relevanten Aspekte für die Entscheidungsfindung zusammentragen. Dadurch könnte es künftig möglich sein, Erkrankungen wie Spielsucht, aber auch Depression besser zu verstehen und besser zu therapieren. 

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