Grauer und Grüner Star

Die häufigsten altersbedingten Augenerkrankungen in der westlichen Welt sind der Graue Star, die Makuladegeneration und der Grüne Star (Glaukom). Eine weitere häufige Erkrankung des Auges ist die diabetische Retinopathie. Ab dem 40. Lebensjahr wird empfohlen einen Augenarzt für Vorsorgeuntersuchungen und Routinekontrollen aufzusuchen.

Insbesondere die Unterscheidung zwischen Grauem und Grünem Star ist wichtig, da es sich um zwei völlig verschiedene Erkrankungen des Auges handelt, diese aber häufig verwechselt werden. Die Universitäts-Augenklinik Salzburg hat unter anderem sowohl beim Grauen Star als auch beim Grünen Star immer wieder mit neuen Innovationen aufhorchen lassen und stellt in diesen Bereichen modernste Behandlungsmethoden zur Verfügung. Die Universitäts-Augenklinik Salzburg ist Ausbildungszentrum und Treffpunkt für Chirurgen aus vielen Teilen der Erde und ein Focus für Forschung und Entwicklung in der Augenheilkunde.

Der Graue Star  – Katarakt

Beim Grauen Star kommt es zu einer zunehmenden Eintrübung der Augenlinse. Diese Veränderung betrifft jeden Menschen und tritt meistens erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Die Vorstufe des Grauen Stars ist die Alterssichtigkeit, bei der es zunehmend schwieriger wird in der Nähe scharf zu sehen. Die Alterssichtigkeit nimmt zwischen dem 40 und 50 Lebensjahr ein Ausmaß an, dass man eine Lesebrille benötigt. Dieser Verlust der Fähigkeit der Nah­einstellung ist Ausdruck einer Linsenverhärtung und damit einer Abnahme der Elastizität. Es kann in weiterer Folge zu Veränderungen der Brechkraft und schließlich zu einer Trübung der Linse kommen – dem Grauen Star. Die häufigsten Symptome beim Grauen Star sind die Abnahme der Sehschärfe, Reduktion des Kontrastsehens und zunehmendes Blendungsempfinden. 

Häufig lassen sich die Vorstadien des Grauen Stars noch mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen, irgendwann kann diese Sehveränderung aber nur noch chirurgische behandelt werden – der Graue Star wird operiert. Bei dieser Operation wird die eigene Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Operation wird in lokaler Betäubung durchgeführt und ist schmerzfrei. Zusätzlich zur lokalen Betäubung des Auges mit Augentropfen wird an der Augenklinik eine Sedierung verabreicht, um den Patienten die Angst vor der Operation zu nehmen. Den erfahrenen Chirurgen der Augenklinik stehen verschiedenste Linsen (monofokal, torisch, multifokal, erweiterter Fokus, Linsen zur Korrektur der Alterssichtigkeit etc.)  zur Verfügung, um für jeden Patienten die geeignetste Optik wählen zu können. 

Der graue Star kann an der Augenklinik Salzburg auch gelasert werden. Bei diesem hoch präzisen Verfahren können noch zusätzliche Aspekte der Augenoptik in einem Schritt behandelt werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich ist mittlerweile so hoch geworden, dass der Graue Star bereits jeden Menschen betrifft. Es ist daher nicht überraschend, dass es sich bei der um die am häufigsten durchgeführte Operation in Österreich und auch weltweit handelt.

Der Grüne Star  – Glaukom

Im Gegensatz zum Grauen Star, der nur die Linse betrifft, handelt es sich beim grünen Star um eine Erkrankung der Sehnerven. Der grüne Star ist eine Erkrankung die weltweit etwa 80 - 100 Mio. Menschen betrifft. In Österreich sind circa 80.000 Menschen davon betroffen und die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr beträgt etwa 16.000. Die Tendenz ist aufgrund der demographischen Entwicklung stark steigend.

Im Gegensatz zu den beiden großen anderen Gruppen von Augenerkrankungen, dem Grauen Star und der Makuladegeneration tritt die Verschlechterung der Sehschärfe erst im Schlussstadium der Erkrankung des grünen Stars ein. Ein Patient kann bereits 90% seiner Sehnervenfasern eingebüßt haben und subjektiv trotzdem keine Sehverschlechterung feststellen. Ein trügerischer Zustand, denn das Gesichtsfeld ist in dieser Phase bereits massiv eingeschränkt. Der Sehschärfentest ist meist normal und bringt hier keinen Hinweis auf das Vorliegen eines grünen Stars. Aus diesem Grund wissen 50-60% aller Menschen, die am grünen Star erkrankt sind, nichts von ihrem Zustand. Die Dunkelziffer in der Bevölkerung ist daher sehr hoch und nur durch eine Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt kann diesen Menschen geholfen werden. Es wird daher empfohlen ab dem 40 Lebensjahr mit den Kontrollen beim Augenarzt zu beginnen und einmal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung machen zu lassen. Gesichtsfeld Messungen, OCT Aufnahmen und Augendruck Messungen dienen der Vorabklärung, aber erst der biomikroskopische Blick des Augenarztes auf den Sehnerv führt zur Diagnose und zur Einleitung einer entsprechenden Therapie.

Wichtig für die Patienten ist es zu wissen, dass der Grüne Star zum Absterben von Nervenfasern der Sehnerven führt. Dieser Schaden kann nicht rückgängig gemacht werden. Ziel der Therapie ist es also dieses Absterben zu verlangsamen oder im Idealfall aufzuhalten. Für die Prognose des Grünen Stars ist es also wichtig, dass dieser möglichst frühzeitig diagnostiziert wird, um den bereits entstandenen Schaden zu minimieren.

Ursachen für grünen Star 

Die Ursachen für die Entstehung eines grünen Stars sind teilweise bekannt, teilweise unbekannt. Wichtige Risikofaktoren sind der Augeninnendruck, die Häufung des grünen Stars in der Familie, eine schlechte Durchblutung im Auge bedingt durch z.B. Migräne, vasospastisches Syndrom, niederen Blutdruck, aber auch eine dünne Hornhautdicke, Schlaf-Apnoe und verschiedene Mutationen im Genom stellen ein erhöhtes Risiko am grünen Star zu erkranken dar.

Das Hauptziel der Therapie ist die Senkung des Augeninnendrucks und die Therapie mit drucksenkenden Augentropfen ist nach wie vor Goldstandard. Aufgrund der negativen Auswirkung von Konservierungsmitteln auf die Augenoberfläche wird von den Herstellern eine immer größere Palette von konservierungsmittelfreien Augentropfen angeboten und damit die Häufigkeit entzündlicher Benetzungsstörungen und geröteter, brennender und kratzender Augen stark reduziert. Wenn die Augentropfen oder Laserbehandlungen nicht mehr ausreichen, um den Augendruck zu senken, muss dieser chirurgisch gesenkt werden. Dazu wurden an der Augenklinik Salzburg und anderen Zentren in den letzten Jahren minimal invasive Verfahren entwickelt, um die Belastungen für die Patienten zu reduzieren. Dennoch ist es auch manchmal nötig größere Eingriffe zur Konsolidierung des Augendrucks durchzuführen.

Dr. Herbert Reitsamer