Salzburger Flugrettung 3563 Mal im Lufteinsatz für Leben

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Freizeitunfälle, Herzinfarkte und Schlaganfälle gehören zu den häufigsten Alarmierungsgründen, wenn die Helikopter der Flugrettung abheben.

Einsätze in der Luft sind oft gefährlich. Bei medizinischen Notfällen spielt die Luftrettung per Hubschrauber eine wichtige Rolle, wenn Schnelligkeit gefragt ist. Und die Helis können zu fliegenden Intensivstationen ausgebaute werden. Im Jahr 2020 machten die häufigsten Alarmierungsgründe die Sport- und Freizeitunfälle mit rund 40 Prozent der Notarzthubschrauber-Einsätze aus. Zu den zweit- und dritthäufigsten Alarmierungsgründen zählten lebensgefährliche Erkrankungen, wie zum Beispiel Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Hirnblutungen: davon 29 Prozent wegen internistischer und 13 Prozent wegen neurologischer Notfälle. Etwa 10 Prozent der Einsätzeerfolgten nach Unfällen, die sich bei der Arbeit oder im häuslichen Umfeld ereignet hatten. In fünf Prozent der Einsätze rückten die Flugretter zu Verkehrsunfällen aus. Die Einsatzzahlen lassen sich am Besten ganzjährig betrachten, da sie saisonalen Schwankungen unterliegen. Beispielsweise sind in den Zwischensaisonen tourismusbedingt vor allem im Innergebirg weniger Einsätze zu verbuchen. Im Jahr 2019 waren 3848 Flugrettungseinsätze, im Jahr 2020 sind 3563 Rotkreuz-Flugrettungseinsätze aufgezeichnet. Aufgrund der Coronasituation wird auch im ersten Quartal 2021 mit einem weiteren Rückgang der Flugrettungseinsätze zu rechnen sein.

Covid-Schutzmaßnahmen

Die strengen Hygienerichtlinien fordern die Crews im Notarzthubschrauber. „Die Kolleginnen und Kollegen haben von Beginn an die strengen Hygienerichtlinien umgesetzt. So wurde jeder Einsatz vorsichtshalber als Covid-Fall eingestuft“, sagt der leitende Notarzt Dr. Wolfgang Fleischmann. „Im Arbeitsalltag bedeutet das, dass die Teams mit voller Schutzausrüstung ihre Notfalleinsätze leisten. Gerade im Sommer war das bei den steigenden Temperaturen eine große körperliche Belastung“, ergänzt Fleischmann. 

5 Helis versorgen Salzburg

Die Kompetenz und Verantwortung für die Flugrettung liegt bei den Ländern. Im Bundesland Salzburg ist das Rote Kreuz mit der operativen und einsatztaktischen Umsetzung betraut. Das Rote Kreuz hat die operative Durchführung vertraglich mit den Flugrettungsbetreibern festgelegt. Fünf Rettungshubschrauber decken - ergänzend zum bodengebundenen Notarztsystem - die notärztliche Versorgung im Bundesland Salzburg ab. Zwei Stützpunkte sind davon ganzjährig besetzt und drei saisonal. In der Sommersaison sind vier Rettungshubschrauber im Einsatz, in der Wintersaison sind es fünf.

Alarmierung der Notarzthubschrauber

Die Rot-Kreuz-Leitstellen Nord in der Stadt Salzburg und Süd in Zell am See koordinieren und beauftragen die Einsätze. Auf Basis der Angaben aus dem Notruf entscheidet der Leitstellenmitarbeiter, ob der Hubschrauber startet. Bei jedem Notarzthubschraubereinsatz sind neben dem Piloten ein Notarzt und ein Notfallsanitäter bzw. HCM (= Hems Crew Member: Bergspezialist und Flughelfer) an Bord. 

Kooperationspartner

Das Rote Kreuz betreibt seit 1983 die Flugrettung im Auftrag des Bundeslandes Salzburg. Mit der Neuregelung 2011 vereinheitlichten die Kooperationspartner die Qualitätsstandards sowie die Stationierungs- und Bereitschaftszeiten. Gemeinsam mit vier Partnern und fünf Rettungshubschraubern koordiniert das Rote Kreuz Einsätze und führt die Abrechnung durch. Die Zusammenarbeit mit den Partnern Heli Austria, Schider Helicopter, Wolf Helicopter und dem ÖAMTC ist dabei lange erprobt.

Wie wird abgerechnet?

Im Rahmen der Organisation erfolgt die Abrechnung der Flugrettungseinsätze im gesamten Bundesland Salzburg durch das Rote Kreuz. Mit den Sozialversicherungen wird direkt abgerechnet. Eine zusätzliche private Absicherung ist all jenen anzuraten, welche sich in der Freizeit vermehrt im alpinen Bereich bewegen.

 

FAKTEN - Stützpunkte und Einsätze im Detail

Stützpunkt Flughafen Salzburg: Christophorus 6, EC 135
Zusammenarbeit Christophorus Flugrettungsverein (ÖAMTC)
1359 Rettungsflüge 2020
Stützpunkt St. Johann (10 Monate): Martin 1, EC 135 T3H
Stützpunkt St. Johann (Wintersaison 3 Monate): Martin 10, MD 902
Zusammenarbeit Heli Austria GmbH (Roy Knaus)
888 Rettungsflüge 2020
Stützpunkt Zell am See: Heli-Alpin 6, EC 135 T3
Zusammenarbeit ÖAMTC, Schider Helicopter Service GmbH
736 Rettungsflüge 2020
Stützpunkt Hinterglemm: Saisonal 
(Sommer- und Wintersaison) 
Zusammenarbeit Martin 6, EC 135 T3 
Wolf Helicopter GmbH & Co KG
580 Rettungsflüge 2020

An den vier Stützpunkten sind derzeit 22 Notfallsanitäter des Roten Kreuzes und 75 Notärzte an 365 Tagen im Dienst.

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