Das Viertel, in dem gutes Altern Zukunft bekommt

Das Viertel, in dem gutes Altern  Zukunft bekommt

Wie wollen wir leben, wenn wir 80 oder 90 Jahre alt sind? Möglichst selbstständig, in vertrauter Umgebung, mit Menschen um uns und mit der Gewissheit, Unterstützung zu bekommen, wenn sie gebraucht wird. 

Diese Vorstellung eines selbstbestimmten und würdevollen Lebens im Alter könnte zum Ausgangspunkt für eine neue Form des Wohnens und Lebens im Alter werden, etwa im Salzburger Andräviertel. Mit einem Geschäft ums Eck, einer Apotheke, einem Café, einem Arzt in erreichbarer Nähe und mit der Möglichkeit, bei Bedarf professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. „Im Salzburger Andräviertel gibt es ein Projekt, das genau hier ansetzt. Es denkt das Älterwerden nicht vom Pflegeheim aus, sondern vom Lebensraum“, erklärt Susanne Pichler, Geschäftsführerin des Pflege- und Betreuungsdienstes „Empathia“.

Zuhause bleiben – aber nicht allein

Ein wichtiger Baustein dieses Projektes sind die Senioren-Wohngemeinschaften der „Gute Zeiten“, die Wohnraum für ein gemeinschaftliches Leben im Alter anbietet. Hier geht es um eine Wohnform zwischen dem klassischen Alleinleben und einer stationären Einrichtung. Eine überschaubare Gemeinschaft, ein vertrautes Zuhause und gleichzeitig professionelle Unterstützung, wenn sie gebraucht wird. Pflege- und Betreuungsleistungen durch Empathia werden unabhängig vom Mietvertrag und entsprechend dem individuellen Bedarf vereinbart.

Mit dem Pflege- und Betreuungsdienst „Empathia“ steht dazu eine verlässliche Versorgungsstruktur im Hintergrund. Wenn sich der persönliche Unterstützungs- oder Pflegebedarf verändert, kann die notwendige Hilfe entsprechend angepasst und organisiert werden. Das schafft etwas, das im Alter besonders wertvoll ist, nämlich Sicherheit, ohne Selbstständigkeit aufzugeben.

Gutes Altern findet nicht nur in den eigenen vier Wänden statt

Der Stadtteil selbst in dem man wohnt, kann zu einer wichtigen Gesundheitsressource werden. Die Weltgesundheitsorganisation verweist mit ihrem Konzept der „Age-friendly Cities and Communities“ darauf, wie sehr die räumliche und soziale Umgebung Gesundheit, Selbstständigkeit und Teilhabe im Alter unterstützen kann. Denn manchmal beginnt soziale Teilhabe mit etwas ganz Einfachem: gemeinsam vor die Tür zu gehen.

Vom Spaziergang zum Zukunftsmodell

Genau darin liegt die größere Idee des Projektes „Gute Zeiten“ im Andräviertel: Wohnen, ambulante Pflege, Betreuung, Bewegung, Nachbarschaft und soziale Teilhabe nicht isoliert zu betrachten, sondern miteinander zu verbinden. Das Konzept knüpft an internationale Ansätze des „Ageing in Place“ und an die Idee altersfreundlicher Gemeinden an. Das Besondere könnte in der konkreten Verbindung dieser Elemente liegen – mitten in Salzburg, in einem überschaubaren Stadtteil. Nicht weniger Leben, weil man älter wird. Sondern ein gutes Leben mitten im Viertel, mitten in der Gemeinschaft und so selbstbestimmt wie möglich. Das Andräviertel könnte dafür ein Anfang sein. Und ein Beispiel dafür, wie wir unsere Städte und Gemeinden schon heute für das lange Leben von morgen gestalten können.

 

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