Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Hörtests für alle Neugeborenen und im frühen Schulalter, aber auch für alle Menschen im fortgeschrittenen Alter. Relevanz und geeignete Diagnostik werden weiter erforscht.
Das allgemeine Neugeborenen-Hörscreening, von der Österreichischen HNO-Gesellschaft schon 1995 im „Millstätter Konzept“ empfohlen, ist seit 2003 Bestandteil des Eltern-Kind-Passes. Es ist heute in das Konzept zur „Früherkennung und Frühversorgung von Kindern mit konnatalen Hörstörungen“ eingebettet und bildet die Basis für eine erfolgreiche Hörentwicklung betroffener Kinder mit Hörgeräten oder Hörimplantaten.
Vorsorgliche Hörtests für Senior:innen sind noch deutlich weniger etabliert. Doch auch die internationale Expertengruppe HEARRING und das Hearing Health Forum EU bekräftigen die Forderung nach Hörtests für Personen ab 50 Jahren alle 5 Jahre, ab 65 Jahren alle 1-3 Jahre. Österreichische Wissenschaftler:innen erforschen nun Relevanz und praktikable Möglichkeiten.
Gutes Hören darf keine Altersgrenze haben!
Zum Hören sieht das österreichische Gesundheitssystem ab dem 66. Lebensjahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung eine Frage nach Hörproblemen sowie einen Flüstertest vor. Derzeit erforscht das wissenschaftliche Team an der Audiologie der Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen Innsbruck die Häufigkeit von Hörstörungen bei Erwachsenen und neue Möglichkeiten für ein einfaches, aussagekräftiges Hörscreening.
Denn auch im fortgeschrittenen Alter gilt: Ist das Hörvermögen eingeschränkt, kann frühe Versorgung mit geeigneten Hörgeräten oder Hörimplantaten Teilhabe und Lebensqualität wesentlich verbessern und sogar das Demenzrisiko senken.