Die professionelle beste Freundin

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Frau Dr. Bacher-Meyer wollte anfangs Chemie studieren, doch ihre Liebe zur Psychologie und Interaktion mit Menschen führte die Salzburgerin zum Fachbereich Medizin. An der Gynäkologie gefällt ihr am besten, dass sie hier für die Frauen etwas Positives bewirken kann. 

„Man begleitet, wenn neues Leben entsteht“, gibt die Ärztin Einblick in einen der aus ihrer Sicht schönsten Bereiche der Gynäkologie. Da der Kontakt zu ihren Patientinnen oft sehr intim ist, begegnet sie ihnen stets wie eine professionelle beste Freundin. Gibt es Sexualprobleme, wird meist der Partner mit in die Praxis gebeten, die Dr. Bacher-Meyer seit 2003 in Wals führt. Dort belehre sie nicht, sondern versuche, als Mentorin das Paar ins Gespräch zu bringen, so die Ärztin. „Kommunikation ist ganz wichtig und kann viele Probleme lösen“, weiß sie. Außerdem rät sie jeder Frau, ein bisschen mehr auf sich zu achten. 

Neues Leben auch Privat begleitet

Als Mutter hat Frau Bacher-Meyer zwei Söhnen (heute 21 und 24) das Leben geschenkt. „Wir sind eine witzige Familie – vier Individualisten“, lacht sie und ergänzt: „Mein Mann hat sein Hobby mit den Autos, einer meiner Söhne ist Motorsportler, der andere ist Historiker und lebt in seiner Geschichte.“ Dr. Bacher-Meyer selbst liebt ihre Pferde sowie die Hunde und den Sport.  Früher hat sie Dressurreiten auf Leistungsniveau betrieben, heute powert sie sich ebenso gerne beim Laufen, Trainieren, Tanzen oder Tauchen aus. „Wir haben mittlerweile ein Fitnesscenter im Keller und einen Schwimmteich zu Hause - da habe ich keine Ausrede mehr“, erzählt die Salzburgerin. 

Prioritäten anders definiert

Trotz des straffen Trainingsprogramms und ihrer professionellen Freundschaften dürfen auch private Kontakte nicht zu kurz kommen. „Ich habe konservative Werte, schätze das Miteinander und bin sehr viel mit meinem Freundeskreis unterwegs“, bemerkt sie. Zu den Lieblingsaktivitäten zählen gemeinsame Weihnachtsmarkt- oder Theaterbesuche, die sich früher kaum verwirklichen ließen. „In meiner Zeit im Krankenhaus habe ich oft 80 Stunden pro Woche gearbeitet“, erinnert sie sich an eine Zeit, in der Freundschaften noch keine Priorität haben konnten. Dr. Bacher-Meyer’s älteste Freundin sei auch Zahnärztin, der Kontakt habe sich mittlerweile wieder stark verdichtet. „Man möchte auch nicht nur gearbeitet haben im Leben“, gibt sie zu bedenken. Wenn doch einmal mehr Präsenz in der Ordination gefragt ist, hat ihr Mann viel Verständnis – er ist selbst Psychiater.

In High Heels zum Arzt

In ihrer Zeit als Medizinerin sind Dr. Bacher-Meyer schon skurrile Dinge passiert: „Einmal kam ein Mann mit Stöckelschuhen und Lippenstift in die Praxis und wollte, dass ich ihm eine Spirale einsetze“, erzählt sie und ergänzt: „Habe ich natürlich nicht gemacht.“  Ein anderes Mal sei eine fast 40-jährige Frau mit Bauchschmerzen in die Ordination gekommen, bei der es mit dem Kinderwunsch ewig nicht geklappt hatte. Es stellte sich heraus, dass es keine Bauchschmerzen, sondern die Wehen waren. „Die Dame fiel aus allen Wolken, sie freute sich sehr.“  In der Zeit, als die Ärztin noch im Krankenhaus tätig war, kam eine Frau zur Entbindung. „Plötzlich war der ganze Kreissaal voll mit der türkischen Familie. Die Mitglieder begannen Essen auszupacken und wollten die Geburt als Familienerlebnis sehen“, schmunzelt Dr. Bacher-Meyer: „Sie haben sogar mir Essen angeboten – ich musste sie leider raus bitten.“