Immer wieder dieser Rücken…

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von Dr. Sebastian Edtinger

Jeder Fünfte leidet mindestens einmal im Leben unter starken Rückenschmerzen. Tendenz: pandemiebedingt steigend. Gezielte Bewegungstherapie schafft nachhaltig Abhilfe.

Konkret können Betroffene mit aktiver Bewegung, medizinischer Trainingstherapie und Prävention in jedem Stadium – ob akut, subakut oder chronisch ausgeprägt – die größten positiven Effekte erzielen. Die komplexen Zusammenhänge im lumbopelvinen System zu verstehen und im Rahmen einer erfolgreichen Therapie miteinzubeziehen ist von grundlegender Bedeutung. Die Berücksichtigung der maßgeblich beteiligten Strukturen aus Beckenboden, Bauch- und Wirbelsäulenmuskulatur gilt es richtig anzusteuern, in der Koordination zu schulen und zu kräftigen. Nur so kann ein stabiles System auf lange Sicht Beschwerdefreiheit sichern.

Digitale Trainingstools nutzen

Um die Nachhaltigkeit im Alltag umzusetzen, braucht das lumbopelvine System, bestehend aus Becken-, Bauch- und Lendenwirbelsäulenmuskeln, regelmäßige Reize. Hier ist es von großer Bedeutung den persönlichen Bewegungszyklus sinnvoll zu gestalten, um eine Regelmäßigkeit zu fördern und dem inneren Schweinehund keine Chance zu geben. Im modernen Setting gibt es viele virtuelle und interaktive Möglichkeiten, sodass die persönlichen Präferenzen berücksichtigt werden können. So können die aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen entstandenen Limitationen gut mit einfachen Mitteln kompensiert werden. Fortgeschrittene Tools, wie zum Beispiel „Balance Boards“ oder Sling Trainer, können der Stabilität und dem Aktivitätsniveau einen zusätzlichen Schub bringen.

Bildungsauftrag Bewegungskompetenz

In einer Gesellschaft, die den Spagat zwischen maximaler physischer, psychischer und digitaler Mobilität anstrebt, gewinnt die Aufgabe, die Menschen zur gesundheitsfördernden Bewegung zu motivieren, rasant an Bedeutung. Aktivitätsdefizite müssen durch Bewegungs- und Gesundheitskompetenz ersetzt werden, die Kernbotschaften der österreichischen Bewegungsempfehlungen gehören somit in allen Bereichen der Erziehung, ob Kinder- und Jugendlichen- aber auch Erwachsenenbildung, aufgegriffen. Auch die ambulante Rehabilitation muss mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. So können die zu unserer Zeit passenden neuen Strategien, die nicht nur an die allgemeine Rückenschmerzthematik, sondern auch an viele weitere Indikationsbereiche aus der allgemeinen Rehabilitation adressiert sind, auf ein neues Niveau gehoben werden. Daher: Darf ich bitten zu bewegen, die Endorphine zu beleben.

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