Nüsse auf dem Prüfstand

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Die AK Salzburg testete verpackte Nüsse auf Qualität, Schimmelbefall und Hefen. Gleich vorweg – die Ergebnisse waren erfreulich.

Nüsse werden gerne gegessen. Entweder direkt oder als Zutat in Backwaren verschiedenster Ausführungen. Aufgrund der leichten Verderblichkeit, speziell bei falscher Lagerung, sind diese Lebensmittel eher heikel zu behandeln. Sie sind anfällig für Schimmelpilze und können schnell ranzig werden. Das hängt auch mit dem hohen Fettanteil zusammen. Grund genug für die AK sich diese immer beliebter werdenden Lebensmittel einmal näher anzusehen. Der pro Kopf Verbrauch an Nüssen ist in den letzten Jahren gestiegen. Laut Zahlen aus Deutschland (Bundesinformationszentrum Landwirtschaft – BZL) und Österreich (Statista.at) lag dieser 2019 bei rund 5 kg pro Kopf. Rund 26 Prozent entfallen dabei auf Erdnüsse, gefolgt von Mandeln (16 Prozent), Haselnüssen (14 Prozent), Cashewkerne (10 Prozent), Walnüsse (8 Prozent) und andere Sorten (26 Prozent). 

Die Nährwerte

Nüsse gelten im Grunde als gesunde Lebensmittel. Aufgrund des doch hohen Fettanteils sollte man jedoch beim Verzehr maßhalten.  Nüsse enthalten tatsächlich relativ viel Fett. Doch Fett ist eben nicht gleich Fett. In den meisten Nüssen stecken viele «gesunde» Fette, also einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (rd. 90 Prozent). Die Schalenfrüchte enthalten u.a. auch Nahrungsfasern, hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe, Vitamine, Eisen und Sekundäre Pflanzenstoffe.Offiziell ist die Walnuss jedoch die einzige Nuss die es bei der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geschafft hat, eine Erlaubnis für eine gesundheitsbezogene Angabe zu erhalten (bessere Funktion der Blutgefäße).

Untersuchung

Insgesamt wurden 20 Proben im Lebensmittelhandel eingekauft und in einem zertifiziertem Prüflabor in Salzburg untersucht. Das Untersuchungsdesign umfasste 3 Ansätze: Mikrobiologische Untersuchung (Schimmelbefall, Hefen), Chemische Untersuchung (Mykotoxine - Aflatoxine B1, B2, G1 und G2), Sensorische Untersuchung (Geruch, Geschmack, Aussehen).

Die 20 Proben gliedern sich folgendermaßen:

-   5 Produkte aus dem Bio-Segment (2x Nuss Mix, 2x Haselnuss, 1x Mandel)

- 15 Produkte konventioneller Anbau

Alle Produkte waren ohne Schale und abgepackt in Plastik.

Ergebnisse und Beurteilung

Alle eingereichten Proben haben die Erwartungen erfüllt. Das Ergebnis kann nur als erfreulich bezeichnet werden. Alle getesteten Produkte waren hinsichtlich der Mikrobiologie in Ordnung. Es wurden keine gefährlichen Schimmelpilzgifte gefunden. Die Sensorik wurde durchgängig nicht beanstandet. Verbesserungspotenzial orten die Konsumentenschützer bei der Kennzeichnung durch die fehlende Verpflichtung für die Angabe wichtiger Kaufinformationen an Konsumierende. Daher fordert die AK eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft bei Nüssen, auch für geschälte Produkte. Und zum zweiten eine Verpflichtung bei Mischungen (rein Nuss oder mit Trockenfrüchten gemischt) das Mischungsverhältnis der enthaltenen Produkte anzugeben.

Worauf bei Nüssen achten?

Ungesalzene Nüsse sind empfehlenswerter als geröstete und gesalzene. Essen Sie Nüsse am besten ungeschält, sprich mit der Haut, weil diese wichtige Nährstoffe enthält. Im Idealfall kaufen Sie ganze Nüsse und mahlen sie vor der Verwendung selbst, damit möglichst wenig wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen.Gemahlene Produkte sind anfälliger auf Schimmelbefall. Aufgrund des hohen Fettgehalts ist eine richtige Lagerung besonders wichtig. Nüsse sollten kühl (10-18 Grad ist optimal), dunkel, trocken und gut verpackt gelagert werden. Zu viel Wärme, Licht und Feuchtigkeit wirken sich negativ auf die Haltbarkeit aus. Diese Gefahr ist gerade bei zerkleinerten und geschälten Nüssen größer. Ganz und ungeschält sind Nüsse bei sachgerechter Lagerung monatelang haltbar. Geschälte, verpackte Produkte, welche geöffnet wurden, sind im Kühlschrank gut verpackt dann maximal bis zu vier Wochen haltbar. Nüsse helfen mit, den Eisenbedarf zu decken. Deshalb sollten vor allem Vegetarier täglich eine Handvoll Nüsse essen. Beim Genießen von Nüssen aber immer den hohen Energiegehalt beachten!

Kleine Warenkunde

Botanisch gesehen, sind Nüsse Schließfrüchte. Das heißt, ihre Frucht wird komplett von einer Wand umhüllt und die Fruchtwand öffnet sich nicht von alleine. Zu den „echten“ Nüssen gehören daher Haselnüsse, Walnüsse, Macadamianüsse, Maroni und Buch­eckern. Hingegen werden aus botanischer Sichtweise Mandeln, Pekannüsse, Pistazien, Cashewnüsse und Kokosnüsse zu den Steinfrüchten, Erdnüsse zu den Hülsenfrüchten gezählt und Paranuss, Muskatnuss und Pinienkerne sind Samen.