Schafberg knieschonend

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Sie kennen das? Bergauf geht’s gut, aber bergab wird’s selbst mit Stöcken schwierig? Egal ob altersbedingt, nach einem schlecht verheilten Bänderriss oder Abnützung durch sportliche Dauerbelastung, wenn die Knie nicht mehr so richtig wollen, wird der Weg vom Berg hinunter oft zur schmerzhaften Qual. Hinauf gehen, hinunter fahren, lautet die Alternative. Seilbahnerschlossene Wanderberge gibt es in der Region Salzburg-Berchtesgaden ja doch einige. 

Ein Gipfel sticht dabei besonders hervor: Der 1782 Meter hohe Schafberg. Er ist durch sein charakteristisches Aussehen mit der nahezu senkrechten, hunderte Meter abfallenden Nordwand und der weiten, sanfter geneigten Südfläche, so etwas wie das Wahrzeichen des Salzkammergutes zwischen Wolfgang- und Attersee beziehungsweise des Mondseelandes. Etwa so, wie beispielsweise der Loser als Wahrzeichen des Ausseerlandes im steirischen Salzkammergut gilt.

Österreichs steilste Zahnradbahn

Für kniemarode Wanderer bietet der Schafberg zudem mehr als nur eine profane Abstiegshilfe: Seit 1893 führt Österreichs steilste Zahnradbahn in rund 35 Minuten Fahrzeit auf den Schafberg und natürlich auch wieder herunter. Mit Öl befeuerte Dampflokomotiven, ein Ersatz-Triebwagen sowie fallweise noch kohlebefeuerte nostalgische Dampflocks überwinden auf ihrem steilen Weg von 542 auf 1732 Meter Seehöhe immerhin fast 1200 Höhenmeter rauf und runter. Bei einer Streckenlänge von nur etwas mehr als fünf Kilometer kommt da eine ganz schöne Steigung zusammen.

Seit 2006 wird das mit rund 310.000 Fahrgästen pro Jahr touristische Aushängeschild des Salzkammergutes vom Verkehrs- und Energieversorger Salzburg AG betrieben. Aktuell wird die in die Jahre gekommene Anlage saniert, bis 2022 werden alle Gleise neu verlegt, die Weichen erneuert und die Bahnhöfe runderneuert und barrierefrei gestaltet. Zudem sind im Gipfelbereich einige Investitionen wie ein Schrägaufzug und eine Aussichtsplattform über der Nordwand geplant.

Sanft oder rassig

Dass die Bahn im Gipfelbereich fallweise eine enorme Frequenz an Halbschuhtouristen mit sich bringt, liegt in der Natur der Sache. Das soll aber nicht weiter stören, denn auf den Wegen bergauf merkt man davon wenig; vor allem nicht am rassigen Anstieg über den nach dem berühmten Salzburger Alpinpionier Ludwig Purtscheller benannte Purtscheller Steig. Dieser führt vom gebührenpflichtigen Parkplatz bei der Schafbergbahn-Talstation über das Ditlbachtal zur Auerriesenhütte und den Auerriesensteig zur Abzweigung Mönichsee. Von hier luftig und ausgesetzt durch die felsige Flanke (Klettersteigcharakter, Schwindelfreiheit obligat, Kletterhandschuhe angenehm, nicht mit Kindern, nicht bei Schnee oder Vereisung) zur Bahnüberquerung und über die Wiesen hinauf zum Gipfel und zur Himmelspforthütte (1250 Höhenmeter, drei Stunden Anstieg). 

Deutlich sanfter geht es am „Normalweg“ zu. Dieser führt von der Talstation zur Jausenstation Aschinger, dann parallel zur Bahntrasse und um den Aignerriedel herum auf die Schafbergalm (Haltestelle der Schafbergbahn, Gastronomiebetrieb geschlossen – Stand März 2020). Dann über die Südwiesen hinauf zum Gipfel (1250 Höhenmeter, drei Stunden Anstieg). 

 

Fahrplan Schafbergbahn www.schafbergbahn.at
Ticket für die Talfahrt schon an der Talstation im Voraus reservieren! Landkarte Kompass Nr. 18, „Nördliches Salzkammergut“, 1:50.000 Einkehrtipp Himmelspforthütte am Schafberggipfel