Angebote zur Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen im Bereich Arbeit

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Circa 75.000 Stunden unseres Lebens verbringen wir mit Arbeit. Sie gibt uns Sinn und erhöht unseren Selbstwert.

Am Arbeitsplatz schließen wir Freundschaften, bilden wir uns weiter, erleben vielleicht Rückschläge und wachsen daran. Es ist daher kein Wunder, dass eine Unterstützung von Betroffenen in diesem Bereich einen wesentlichen Beitrag zur Rehabilitation, Stabilisierung und auch Entstigmatisierung leistet. Da sich psychisch erkrankte Menschen je nach Schwere der Beeinträchtigung und Unterstützungsbedarf unterscheiden, bietet die Pro Mente Salzburg in diesem Bereich ein vielfältiges Angebot:

Das Arbeitstraining -  

bietet eine mehrstufige Maßnahme für Erwachsene und Jugendliche mit dem Ziel, nach einer gewissen Zeit (ca. 1 Jahr) am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dazu werden in unterschiedlichen Trainingsbereichen branchenspezifische Aufträge aus der Wirtschaft bearbeitet und so eine möglichst realistische, betreute Arbeitssituation geschaffen. 

Die Arbeitsassistenz -

berät und begleitet Menschen mit körperlichen, geistigen und psychischen Beeinträchtigungen bei der Erlangung und/oder Sicherung von Arbeitsplätzen. Auch hier richtet sich das Angebot an Erwachsene und Jugendliche.

In sozialökonomischen Betrieben (SÖB)-  

werden an direkt in Unternehmen integrierten Dienstleistungszentren (z.B. Wäscherei, Kantine) Maßnahmen für die berufliche Bildung und Rehabilitation ermöglicht.

Das Reflex-Beschäftigungsprojekt - 

stellt mit der Zielgruppe eher ein Ausnahmeprojekt dar. Menschen, die aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung vorerst bzw. längerfristig nicht am ersten Arbeitsmarkt integrierbar sind, können dort im geschützten Rahmen sinnstiftende Tätigkeiten ausüben und Potentiale entdecken und entwickeln. Zeitlicher Druck und quantitative Ergebnisse spielen nur eine untergeordnete Rolle. Ziel ist eine Stabilisierung des psychiatrischen Störungsbildes, der Erhöhung sozialer Kompetenz und die Vermeidung stationärer Aufenthalte.

„Sich als produktiver Teil einer Gruppe wahrzunehmen und gemeinsam Ziele zu erreichen trainiert nicht nur soziale Kompetenzen oder verbessert das Selbstwertgefühl. Durch Inklusion in die Gesellschaft wird die Lebensqualität massiv gesteigert. Immer wieder gibt es Teilnehmer*innen, die bei der Arbeit plötzlich aufblühen, ihre Selbstmotivation entdecken und Erfolge erleben. Wenn sich Lebensschicksale dadurch auch nur ein bisschen zum positiven ändern, ist unsere Arbeit doppelt und dreifach bezahlt!“

K. Vachuda-Schweiger, Leitung Reflex

Ein Ziel der UN-Behindertenrechts-Konvention ist es, die Chancengleichheit behinderter Menschen zu fördern und ihre Diskriminierung in der Gesellschaft zu unterbinden. Trotzdem ist die Bereitschaft von Firmen, Menschen anzustellen, die langfristig schwankende Arbeitsleistung aufweisen, nach wie vor eher gering. Umso wichtiger ist es, Vorurteile in diesem Bereich abzubauen und auch die Chancen zu erkennen, die eine derartige Zusammenarbeit bieten kann.