Mehr als Pflege: Enorme Herausforderungen bei der Pflege von Familienmitgliedern

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Immer wieder sagen uns Menschen, die ihre Lieben zuhause pflegen: „Ich kann nicht mehr“. Sie stoßen sowohl psychisch als auch physisch an ihre Grenzen und brauchen dringend Hilfe. Die Caritas hilft.

Denn pflegende Angehörige, insbesondere jene von demenzkranken Menschen, haben eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern. Diese Krankheiten verändern nicht nur das Verhalten ihrer Lieben, sondern bringen auch das eigene Leben und die Gefühlswelt komplett durcheinander. Fehlende Freiräume, ständiges Eingebundensein, dazu Rollen übernehmen zu müssen, die völlig neu sind führen leider sehr oft zu einem Gefühl der ständigen Belastung und Überlastung. Viele Angehörige fühlen sich auf mehrfache Weise allein gelassen: Bekannte und Freunde ziehen sich zurück, dazu fehlt der (Gesprächs-)Partner, den sie einst hatten. Einsamkeit und Isolation sind die Folgen.

Diagnose Demenz mit 56 Jahren

Gerade für die sogenannten „Frühbetroffenen“ – also Menschen, die schon früh erkranken ­– gibt es oft wenig passende Angebote zur Entlastung. Es geht ja hier nicht primär um die pflegerische Versorgung, sondern um psychosoziale Angebote bei denen sich auch jüngere Menschen ernst genommen und wohl fühlen. Aktuell besucht eine Dame einen Caritas-Kurs, deren Mann schon mit 56 Jahren die Diagnose Alzheimer Demenz erhalten hat. Hier geht es stark um finanzielle Themen und um Absicherung, aber auch um die Trauer als Paar, weil sie sich ihr gemeinsames Älterwerden anders vorgestellt und geplant haben.

Auch auf sich selbst schauen

All diese Herausforderungen meistern zu müssen, kann viele psychische und physische Reaktionen auslösen. Auch bewusste und unbewusste Schuldgefühle begleiten beinahe alle Menschen, die zuhause Familienmitglieder pflegen. Das schlechte Gewissen kommt meist in Situationen, in welchen es darum geht, gut auf sich selber zu schauen und Hilfe anzunehmen. Angehörige spüren oftmals, dass es ihnen nicht mehr gut geht, wissen aber nicht warum. In Gesprächskreisen und Workshops geht es deshalb in erster Linie darum, sich der eigenen Situation und den Gefühlen bewusst zu werden. „Selbstklärung“ nennt die Psychologie diesen heilsamen Schritt, der dazu führen soll, sich auch wieder eigene Bedürfnisse zuzugestehen, Freiräume zu schaffen und achtsam und liebevoll für sich selbst zu sorgen.

Caritas: Mehr Entlastung

Niemand muss so eine Herausforderung alleine stemmen! Die Caritas bietet hier verschiedenste Möglichkeiten: die Haushaltshilfe und Hauskrankenpflege übernimmt organisatorische und pflegerische Aufgaben. Über den Angehörigenentlastungsdienst werden regelmäßige Auszeiten ermöglicht. In Kursen und Workshops für pflegende Angehörige geht es vor allem darum, auch auf sich selbst zu achten.