Die Mistel - viscum album

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Oft verheißen Misteln ewiges Leben oder Fruchtbarkeit. Doch welche Heilwirkungen werden der Mistel nachgesagt?

 

Wer kennt ihn nicht, den Zaubertrank von Miraculix, wenn sie von der Mistel hören. Mit seiner goldenen Sichel steigt der Druide in die Eichen nahe dem gallischen Dorf der Unbeugsamen und erntet die seltene Eichenmistel. Sie verleiht seinen Schützlingen Asterix und Obelix die Kraft, mit der die beiden Freunde die Integrität und Freiheit ihres Dorfes immer wieder erfolgreich gegen die römische Besatzungsmacht verteidigen.

 

Lange Tradition

So humorvoll und leicht die moderne Mythe vorgetragen wird, gründet sie doch auch auf natur- und medizin-historischen Tatsachen. Bereits seit drei Jahrtausenden ist die Mistel als wichtige Heilpflanze bekannt. Bis in das fünfte vorchristliche Jahrhundert lässt sich die medizinische Verwendung der Mistel zurückverfolgen. Plinius berichtete im ersten Jahrhundert nach Christus vom Einsatz der Mistel gegen Fallsucht und Schwindelanfälle. Dieses Wissen wurde von Hieronymus Bock (1498-1554) sowie P.A. Matthiolus (1501-1577) weitertradiert und ergänzt durch die Anwendung von Mistelsalbe bei Geschwüren und eitrigen Wunden. Pfarrer Kneipp stillte mit der Mistel Blutflüsse und behandelte Störungen im Blutumlauf. Misteltee wird immer als Kaltauszug angesetzt. Im kalten Wasser lösen sich die schwach giftigen Stoffe (z.B. das Glykosid Viscalbin und Viscotoxin) nicht auf und daher ist der Kaltauszug der Mistel ungiftig. Der Tee wird in erster Linie zur Senkung des hohen Blutdrucks angewandt; er hilft auch bei Herzschwäche und Arteriosklerose. Aber der bekannteste Brauch ist sicher das Küssen unter dem Mistelzweig – das soll ja auch gesund sein!

GESUNDHEIT

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